Ferien machen Arbeit

von Redaktion

Kurs des Landwirtschaftsamts für Gastgeber von „Urlaub auf dem Bauernhof“ endet

Rohrdorf – Urlaub auf dem Bauernhof: Das ist Entspannung in einer schönen Landschaft, Komfort und Luxus, einzigartige Erlebnisse auf dem Land. Wer Urlaub auf dem Bauernhof macht, will das bäuerliche Leben erleben, aber trotzdem auf die Annehmlichkeiten schöner Ferien nicht verzichten. Was da alles dahintersteckt – darüber sollen sich die Gäste keine Gedanken machen müssen. Wer Urlaub auf dem Bauernhof dagegen anbietet, muss einiges bedenken.

Wie die Ferienwohnungsvermietung zu einem erfolgreichen zusätzlichen Standbein für den landwirtschaftlichen Betrieb wird, lernten die Teilnehmer des Seminars „Betriebszweigentwicklung Urlaub auf dem Bauernhof“ des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) Rosenheim. In über 100 Unterrichtsstunden haben die 18 Teilnehmer aus insgesamt elf Landkreisen jede Menge Wissenswertes rund um das Thema „Urlaub auf dem Bauernhof“ erfahren. Sie bekamen nicht nur Theorie vermittelt, sondern konnten sich auch bei einigen Betriebsbesichtigungen Beispiele ansehen. Im Gasthaus zur Post in Rohrdorf durften sie nun ihre Zertifikate entgegennehmen. Marlies Schwaller vom AELF Rosenheim begrüßte neben den Teilnehmern auch einige Ehrengäste wie den Behördenleiter Wolfgang Hampel, die Kreisbäuerin Katharina Kern, die Vertreterin des „Chiemsee Alpenland Tourismus“, Corinna Raab, sowie die Zuständigen der umliegenden Landwirtschaftsämter.

Einmal die Woche haben sich die Teilnehmer auf dem heimischen Betrieb „freigeschaufelt“, um am Seminar teilnehmen zu können. Ihre Motivation, sich mit Urlaub auf dem Bauernhof zu beschäftigen, war unterschiedlich. Einige wollten ein neues Angebot auf ihrem Hof schaffen und vorhandenen Raum nutzen, andere wollten neue Impulse für ihre vorhandene Ferienwohnungs-Vermietung mitnehmen. Allen sei aber wichtig gewesen, ein Zusatzeinkommen unabhängig von Grund und Boden zu schaffen, erklärte Seminarleiterin Marlies Schwaller.

Zu den Inhalten der Qualifizierung gehörte zum Beispiel der Bereich der Unternehmens-Organisation, in dem die Ausgangssituation analysiert wurde. Im Bereich „Marketing“ ging es um die eigene Webseite als „Visitenkarte“, um die Bedeutung von Buchungsportalen, Zertifizierungen und „Sternen“. Beim Thema „Angebot“ wurde deutlich, wie individuell Urlaub auf dem Bauernhof ist. Die Frage sei, welche Angebote machbar seien und sich auszahlten.

„Veränderungen sind nicht immer ein Honigschlecken“, so Schwallers Fazit. Die Teilnehmer seien aber diszipliniert und eifrig bei der Sache gewesen und hätten tolle Ideen entwickelt.

Das zeigte sich auch bei der Hausaufgabe, die die Teilnehmer zu absolvieren hatten. Jeder hatte ein konkretes Projekt zu entwickeln und vorzustellen. Anna Fritzsche aus Oberpframmern bei Ebersberg skizzierte, wie sie zum Logo für die Ferienwohnungen in ihrer „Maierei“ gekommen ist. Erst der eigene Griff zu Stift und Zettel hat das passende, geschwungene „M“, umfasst von einer Getreideähre, zutage gefördert. Martina Fischer vom Schleipferhof in Bernau hat sich gefragt, wie man die Wäscheberge mehrerer Ferienwohnungen am effektivsten gewaschen bekommt. Das Fazit: Bei den Hand- und Spannbetttüchern macht das Selber-Waschen Sinn, das Waschen der Bettwäsche muss aus Zeit- und Platzgründen einem Dienstleister übergeben werden.

Behördenleiter Wolfgang Hampel lobte die Teilnehmer. Er sieht für den Tourismus in der Region einige Standortvorteile: Nicht nur die tolle Lage, sondern auch der sorgfältige Umgang mit alter Baukultur machten Urlaub auf dem Bauernhof besonders. Dennoch hätten die Gäste hohe Ansprüche in puncto Qualität. Zudem müssten sich die Anbieter auf einem freien Markt behaupten. Wer also Urlaub auf dem Bauernhof anbiete, brauche auch jede Menge Mut.khe

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