Rosenheim-Westerndorf-
St. Peter – Fallende Holzpreise zeichnen derzeit für Waldeigentümer kein positives Zukunftsbild. Die Waldbesitzervereinigung schaut dennoch mit einer gewissen Zufriedenheit auf 2018. Das machte die Hauptversammlung deutlich. Hier gab es zugleich Informationen zur derzeitigen Schädlingssituation, Forderungen an die Politik und eine Ehrung für vorbildliche Waldbewirtschaftung.
Die Vereinigung zählte Ende letzten Jahres 3132 Mitglieder (2017:3198) mit einer Fläche von 21490 Hektar (2017:21441 Hektar). Vermarktet wurden im abgelaufenen Geschäftsjahr 80044 Einheiten (2017: 88900) – Stammholz, Industrieholz und Hackschnitzel. Den Laubholzsammelverkauf wertete Geschäftsführer Michael Heffner erneut als vollen Erfolg – mit einem Gesamtumsatz von über 180000 Euro und 796 Festmetern Angebot (wir berichteten). Zudem zeigten sich zwei weitere positive Entwicklungen. Die Anzahl der Waldpflegeverträge – derzeit 61 mit einer Gesamtfläche von 1512 Hektar – nimmt stetig zu. Außerdem konnte die WBV-Tochter MW Biomasse ihren Umsatz um über zwölf Prozent steigern. Die aktuelle Situation sieht jedoch nicht besonders rosig aus – mit stagnierendem Absatz in Deutschland und Italien, fallenden Schnittholzpreisen und einem rückläufigen Markt in den USA. Verschärft wurde die Lage durch die Herbst- und Winterstürme sowie den Schneebruch. Die Schäden sollten schnell aufgearbeitet werden, um einen Borkenkäferbefall möglichst zu verhindern, war der Appell des WBV-Vorsitzenden Georg Höhensteiger ebenso wie von Manfred Maier, Mitarbeiter des Landwirtschaftsamtes Bereich Forsten. Dieser informierte auch darüber, dass der Eichenprozessionsspinner im Süden von Rosenheim weiter Probleme macht. Auf gesellschaftliche Entwicklungen ging Höhensteiger bei seinem Referat ein. Er befürchtete ein potenzielles Volksbegehren bezüglich der Nutzung des Waldes – analog zum Bienen-Volksbegehren. „Hier muss die Verbandsarbeit das Ziel haben, der Bevölkerung unsere Kompetenz in der Waldbewirtschaftung klarzumachen,“ fand er. Zudem sah der Vorsitzende die Politik bezüglich des Tourismus in der Pflicht. Er müsse in den Bergen in geregelte Bahnen geleitet werden, damit diese „nicht zu reinen Eventlokationen verkommen“ würden.
Bei der Veranstaltung wurde eine Tradition weitergeführt. Die WBV vergab erneut den jährlichen Preis für vorbildliche Waldbewirtschaftung – diesmal an Josef Sagmeister aus Törwang. Als Präsente erhielt er eine Urkunde und einen Topf voll Flatterulmen, dem aktuellen Baum des Jahres.
Martina Fischer