Ein gefragter Partner

von Redaktion

Wirtschaftlicher Verband Rosenheim traf sich zur Mitgliederversammlung in Oberaudorf

Rosenheim/Oberaudorf – Seine Präsenz auch im Kreis Rosenheim zeigte der Wirtschaftliche Verband (WV) Rosenheim, der seine Mitgliederversammlung in diesem Jahr im Oberaudorfer Kursaal abhielt. WV-Vorsitzender Reinhold Frey berichtete vor zahlreichen Ehrengästen – darunter die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer und die stellvertretende Landrätin Alexandra Burgmaier – über die zahlreichen Aktionen des Verbandes, der damit „einen wesentlichen kulturellen und sozialen Beitrag geleistet hat“.

Seit nunmehr 70 Jahren ist der Verband, dem Frey seit 2009 vorsteht, mit seinen 839 Mitgliedern in Stadt und Kreis Rosenheim aktiv. Rund die Hälfte der Mitglieder kommt aus der Stadt Rosenheim, etwa 37 Prozent aus dem Landkreis und der Rest aus benachbarten Kreisen und aus Österreich und sogar Südtirol.

In vielen Bereich präsent

Stets ein Anliegen des Verbandes ist es, Stadt und Kreis „in vielen Bereichen auch finanziell zu unterstützen und Präsenz zu zeigen“, so Frey – sei es beispielsweise bei den „Oberaudorfer Filmtagen“ oder im Rahmen der „Nachbarschaftshilfe Großkarolinenfeld“, wo der Verband für die täglichen Fahrten zu Pflegebedürftigen ein Auto finanziert hat. Dazu kamen finanzielle Hilfen für die Opernbühne Bad Aibling oder auch Unterstützung für verschiedenste Vereine, Verbände oder Hilfsorganisationen. „Wir sind ein gefragter Partner in der Region“, so das Resümee des Vorsitzenden, „weil wir unabhängig, unparteiisch und neutral fördern können“.

Aus dem operativen Bereich wusste Vorstandsmitglied Christina Pfaffinger von vielen gelungenen Veranstaltungen zu berichten. Vor allem das Herbstfest „war ein Riesenerfolg für uns alle“. Es habe während der gesamten Festtage keinerlei Beschwerden gegeben – „und da werden wir weitermachen, wir wollen das Familienfest des Freistaats bleiben“, so ihr Schlusssatz.

Nicht zu vernachlässigen ist „der Mehrwert der Messe Rosenheim“, wie Vorstandsmitglied Paul Adlmaier herausstellte. Auch sein Vorstandskollege Tobias Tomczyk konnte von durchwegs erfolgreichen Aktionen wie dem Christkindlmarkt berichten. Der „soll weiterhin seinen familiären Charme bewahren. Und daran arbeiten wir“, so der Verantwortliche.

Einen breiten Raum nimmt beim WV der Fasching ein. 70 Auftritte der Gilde mit vielen ausverkauften Vorstellungen waren der Lohn für die Mühen der Aktiven. Weitere gelungene Aktivitäten waren die „Rosenheimer Golfwoche“, an der knapp 500 Golfer aus 35 Golfclubs teilnahmen, sowie der Kulturpreis für das Theater Tam-Ost.

Keine glänzende, aber eine durchaus solide finanzielle Grundlage des Verbandes skizzierte der Herr der Zahlen, Vorstandsmitglied Alfons Maierthaler. Gerne hörten die Anwesenden, dass sich Kapital und Rücklagen leicht erhöht haben und die Betriebsliquidität gegeben ist. Insgesamt konnte ein kleiner Jahresüberschuss erzielt werden. Vereinsprüfer Dr. Gerhard Hartlieb bestätigte die gesamte ordentliche Kassenführung. Die Entlastung der Vorstandschaft war eine reine Formsache.

Juristische Absicherung

Von den ständigen Bemühungen des Wirtschaftlichen Verbandes, den heutigen gesellschaftlichen Anforderungen gerecht zu werden, berichtete Beiratsvorsitzende Dr. Susanne Weiss. Die Aufwendungen zu Sicherheit und Datenschutz seien in den letzten Jahren immens gestiegen. „Diesen gesellschaftlichen Veränderungen mussten wir Rechnung tragen und haben zum Schutze des Verbandes und seiner Mitglieder eine GmbH als 100-prozentige Tochter des Wirtschaftlichen Verbandes gegründet.“ Damit sollen die ehrenamtlich tätigen Verantwortlichen vor rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken abgesichert werden.

Mit dem Entschluss, „Compliance-Richtlinien“ einzuführen, wurde ebenfalls der sich ständig verändernden Rechtslage entsprochen. Dieser Verhaltenskodex beinhaltet die Einhaltung bestehenden Rechts und gültiger Regelungen im moralischen, juristischen und auch ethischen Bereich.

Brenner-Zulauf: „Es geht nicht nur um die Trassen“

Mit seinem „Impulsvortrag“ zum Thema „Transit/Brenner, Nordzulauf – Güterverkehr auf die Schiene“ traf IHK-Vizepräsident Georg Dettendorfer sichtlich den Nerv der Zuhörer. Mit Zahlen, Fakten und Prognosen zeigte er die seiner Meinung nach keinesfalls funktionierende Verlagerung des Schwerlastverkehrs von der Straße auf die Schiene auf. Den Grenzübergang „Brenner“ haben demnach im vergangenen Jahr 2,45 Millionen Lkw passiert, eine Zunahme um 7,4 Prozent gegenüber 2017. Insgesamt nahm der Straßen-Güterverkehr über den Brenner von 2010 bis 2018 um 29 Prozent zu, der Schienen-Güterverkehr dagegen von 2010 bis 2017 um vier Prozent ab. Um diese Diskrepanz zu ändern und dem Ziel der Verlagerung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schiene näherzukommen, erläuterte Dettendorfer verschiedene Verkehrstechnologien, wie beispielsweise die „Rollende Landstraße“ oder den „unbegleiteten kombinierten Verkehr“. Die deutsche Schienenstruktur nannte er „brüchig“. Immer wieder entstünden deutliche Verzögerungen durch die vielen Baustellen. Hinzu kommen überlastete Containerterminals und lange Wartezeiten bei der Güterverladung auf die Schiene sowie fehlendes Fachpersonal. Über allem steht seiner Meinung nach „der zwingende Ausbau des Schienennetzes von aktuell zwei Gleisen auf vier Schienenstränge“, denn die Schienennetze in Richtung Brenner müssten mit Blick auf das Jahr 2030 täglich etwa 111 Güterzüge mehr am Tage als heute zu verkraften haben. Dazu bedürfe es aber seiner Einschätzung nach – neben den bekannten Diskussionen um Trassen – vor allem endlich konstruktiver Gespräche zwischen Bayern und Tirol, Deutschland und Österreich sowie Verladeterminals und Aufstockung des Fahrpersonals.

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