Geköpfte Küken im Ruderboot

von Redaktion

Es sollte eine gemütliche Angeltour werden. Aber die begann mit einer grausigen Entdeckung. In einem Boot am Langbürgner See fanden Angler drei enthauptete Vogelküken. Inzwischen ermittelt die Polizei. Und die Zeugen schildern einen weiteren seltsamen Vorfall.

Rimsting – Die beiden Angler aus Rosenheim und Großkarolinenfeld – ein Mann und eine Frau – waren schon öfter am Langbürgner See zum Fischen. Auch am Montag wollten sie wieder gemeinsam mit einem der Boote des Kreisfischereivereins rausfahren, die an einem kleinen Anleger an einem Parkplatz in der Rimstinger Bucht liegen – direkt an der Straße zwischen Rimsting und Eggstätt.

Gegen 11 Uhr treffen sie auf dem Parkplatz ein. Als der Mann sich dem gemieteten Boot mit der Nummer 13 näherte, macht er den grausigen Fund. Im Boot liegen drei tote Küken, denen der Kopf abgetrennt wurde. Er fotografiert die Kadaver bevor er sie aus dem Boot entfernt. „Damit ich sie nicht sehen muss“, wie die Frau im Gespräch mit unserer Zeitung sagt. Die beiden informieren die Polizei in Prien. Die Frau wendet sich an die Zeitung. Sie will, dass der Fall öffentlich wird, damit „Menschen, die sich in der Gegend um Rimsting aufhalten, aufmerksam sind“, wie sie sagt.

Bei den toten Vögeln handelt es sich dem ersten Anschein nach um Wildgänseküken, wie man sie zurzeit an vielen Stellen auf dem Langbürgner See beobachten kann. Und auf den Fotos sind außer den sauber abgetrennten Köpfen keine Verletzungen zu erkennen. Vor allem keine Bissspuren, die auf einen Angriff durch ein anderes Tier hindeuten würden. Die Anglerin, die nach eigenen Angaben Tiermedizin studiert hat, sagt: „Ich bin mir ziemlich sicher, dass das ein Mensch gemacht hat.“

Tags darauf ist von dem Vorfall auf dem Parkplatz keine Spur mehr zu sehen. Drei Boote schaukeln am Anleger ruhig vor sich hin. Gegen Mittag schauen sich zwei Polizisten vor Ort um. Die Wasserschutzpolizei Prien hat die Ermittlungen übernommen.

Auf Anfrage bestätigt die Polizei, dass der Vorfall gemeldet wurde. Viel könne man nicht sagen. „Das kann alles sein“, sagt ein Polizist. Von einer Ordnungswidrigkeit für unerlaubte Abfallentsorgung – denn nichts anderes als Abfall ist ein totes Tier laut Gesetz – bis hin zu einer Straftat. Denn, so die Polizei, wenn jemand die Küken umgebracht hat, steht ein Verstoß gegen das Tierschutzgesetz im Raum. Und es könnte sich um Jagdwilderei handeln – also um Straftaten. Bis zu drei Jahre Gefängnis stehen auf Tierquälerei.

Der Frau, die nur zum Angeln auf den See wollte, kommt die Situation nicht geheuer vor. Vor ein paar Wochen habe sie mit ihrem Freund ganz in der Nähe des Bootsanlegers bereits eine andere seltsame Entdeckung gemacht, sich aber nichts dabei gedacht. Jemand habe frisches Obst – Ananas, Mandarinen und Melonen – etwa 30 Zentimeter aufgestapelt. „Das sah aus wie eine Opfergabe“, sagt sie. „Das Obst war so richtig aufgebahrt.“ Von einem okkulten Ritual geht die Polizei im Fall der toten Küken zunächst nicht aus. Ähnliche Fälle seien nicht bekannt.

Unwahrscheinlich erscheint aber auch, dass die Sache in einem Zusammenhang mit Anglern steht. Auf Anfrage zeigen sich mehrere Angler schockiert von dem Vorfall. Sie sagen, dass auf keinen Fall mit solchen Ködern gefischt werde. Die Polizei bittet Zeugen, die etwas Verdächtiges beobachtet haben, sich unter Telefon 08051/90570 bei der Inspektion Prien zu melden.

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