Feldkirchen-Westerham – Die Probleme bei der Finanzierung des Rettungsdienstes waren ein großes Thema in der Mitgliederversammlung des BRK-Kreisverbandes Rosenheim, die im neuen Rotkreuzzentrum in Feldkirchen-Westerham stattfand. Ein Beispiel: Die vereinbarte Ehrenamtsquote kann nicht eingehalten werden. Als Grund wurde genannt, dass die notwendigen neuen hauptamtlichen Stellen vor allem mit Mitarbeitern aus dem Ehrenamt besetzt werden. Automatisch aber wächst das Ehrenamtspotenzial nicht mit. Beides führt zur Senkung der Ehrenamtsquote. Verschärft wird die Situation durch die notwendige Weiterbildung der Rettungsassistenten zum Notfallsanitäter.
Kostenträger sollen
Qualität honorieren
Kreisgeschäftsführer Martin Schmidt forderte daher den eigenen Landesverband auf, die Rahmenbedingungen mit den Kostenträgern zu verhandeln und die besondere Situation bei der Verteilung auf die Kreisverbände zu berücksichtigen. Er mahnte aber auch die Kostenträger an, die Flächendeckung und Qualität des Rettungsdienstes zu honorieren. Schmidt und der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinrich Zeuner hatten zuvor die positive Entwicklung der Qualität im Rettungsdienst betont, aber auch die mangelnde Bereitschaft der Krankenkassen, dies anzuerkennen. Weitere Themen waren die abgeschlossenen Investitionen wie etwa das neue Rotkreuzzentrum, das neue Einsatzleitfahrzeug und das neue Jugendfahrzeug.
Der Neubau der Wachhütte am Luegsteinsee ist eine aktuelle Baumaßnahme, die durch Unterstützung der Gemeinde Oberaudorf und Spenden ermöglicht wurde. Zeuner betonte die schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt für Pflege- und Rettungsdienstpersonal. Andrea Rosner, stellvertretende Landrätin und eine der Ehrengäste, verurteilte die Gewalt gegen Einsatzkräfte der Hilfsorganisationen und bat die Helfer, motiviert zu bleiben.
Seit 75 Jahren
im Ehrenamt
Ein Höhepunkt in der Versammlung war die Ehrung von Josef Kiesl (Bereitschaft Feldkirchen-Westerham) für 60 Jahre Mitgliedschaft und Alfred Schmaus (Bereitschaft Rosenheim) für 75 Jahre Treue zum BRK. Beide haben in ihrer ehrenamtlichen Laufbahn die Gemeinschaft geprägt und lange Jahre geleitet. Stehende Ovationen der Gäste zeugten von Respekt für diese Leistung.
In der Breitenausbildung wurde erstmals die 10000 Teilnehmer-Marke mit 11563 deutlich übertroffen. Bei den Sozialen Diensten entwickelt sich der Hausnotruf besonders gut mit einer Steigerung von 11,5 Prozent. Die Emmy-Schuster-Holzammer-Stiftung hatte für diesen Bereich ein neues Fahrzeug gestiftet. Schmidt zeigte sich stolz auf das Ambulante Pflegeteam, das trotz personeller Engpässe bei der Überprüfung durch den Medizinischen Dienst die Note 1,0 erreichte.
Das BRK will neuerdings die Betreuung in Kindertageseinrichtungen, Schulkindbetreuung, offene Jugendarbeit und Jugendsozialarbeit organisieren. Die Resonanz der Kommunen dazu ist laut Schmidt groß. Weiterer Gesprächsstoff waren die neu geplanten Unterkünfte in Kolbermoor und Bruckmühl sowie das neue Projekt „Herzenswunsch Hospizmobil“ (wir berichteten).
Lösung für vermehrte Sanitätsdienste
Für das Ehrenamt sprach Rudi Scheibenzuber, stellvertretender Kreisbereitschaftsleiter. Er betonte die gestiegene Zahl der Sanitätsdienste der Bereitschaften, die zu Lösungen führten. So teilt man sich die Dienste im Rosenheimer Eisstadion mit den Maltesern und der privaten Ambulanz Rosenheim.
Die Bergwacht im Roten Kreuz war bei den Waldbränden im vergangenen Sommer und den schweren Schneefällen im Winter zusätzlich zu den Bergrettungsnotfällen im Einsatz. Übungen und Ausbildungen gehören auch zum Bergwachtshandwerk. Scheibenzuber berichtete zudem über eine positive Entwicklung in der Jugendarbeit des Kreisverbandes. Eine wichtige Aufgabe sei die Notfalldarstellung mit wirklichkeitsgetreuen Übungen.
Die Wasserwacht führte in Prien ein spektakuläres Benefiztauchen durch und sammelte Spenden in Höhe von 2000 Euro für die Priener Kampenwandschule. Drei Wasserwachtler aus dem Landkreis absolvierten die schwierige Air Rescue Specialist-Ausbildung, und es gibt 13 neue Praxisanleiter Bootsdienst.
Die Gemeinschaft Wohlfahrts- und Sozialarbeit ist in der Senioren- und Behindertenarbeit tätig. Die Arbeitskreise im Landkreis Rosenheim organisieren regelmäßige Treffen. In der Freiwilligenarbeit engagieren sich die ehrenamtlichen Helfer bei der Raublinger Tafel und den sechs Kleiderläden in der Region. Bei der großen Übung Herbstwind im vergangenen Oktober waren fast alle Gemeinschaften involviert.