Der Schmied hat Arbeit begonnen

von Redaktion

Landratswahl

Kaum hat Landrat Wolfgang Berthaler seinen wenig überraschenden Verzicht auf eine weitere Kandidatur erklärt, wachsen die Nachfolgekandidaten beinahe wie Schwammerl aus dem Boden. Erst der CSU-Landtagsabgeordnete Otto Lederer, jetzt der Stephanskirchner Bürgermeister Rainer Auer, der als Bewerber der Parteiunabhängigen den Chefsessel im Landratsamt erobern will.

Man muss den Parteifreien attestieren, dass sie eine kommunalpolitisch erfahrene Kämpfernatur ins Rennen schicken, auch wenn Auer auf der Bühne der Landkreispolitik bisher keine Rolle spielte. Für die CSU bringt seine Bewerbung jedenfalls eine zusätzliche Herausforderung im Wahlkampf mit sich. Sie muss glaubhaft vermitteln, warum sie einen Kandidaten, dem sie 2014 Rückendeckung gab, jetzt am Erfolg hindern will.

Auch die Gedankenspiele des Stephanskirchner Gemeindeoberhauptes sind nicht ganz frei von Stolpersteinen. Wer seine Parteiunabhängigkeit als Qualitätsmerkmal verkauft, gleichzeitig aber bereits bei der Bekanntgabe seiner Kandidatur unverblümte Signale an SPD und Grüne sendet, der handelt nicht unehrenhaft, fährt aber genau auf der Schiene, auf der auch Parteitaktiker oft unterwegs sind. Die Überlegung, die dahintersteckt, ist klar. Gegen Otto Lederer hat Rainer Auer in einer nicht ganz unwahrscheinlichen Stichwahl zwischen den beiden nur dann eine Chance, wenn sich dem CSU-Bewerber ein möglichst breites Bündnis entgegenstemmt. Den Versuch, dieses mit Parteien zu schmieden, hat der Parteiunabhängige gestern begonnen. Es wird spannend, wie die Umschmeichelten und vor allem die Wähler auf diese Art von Schmiedekunst reagieren.

Artikel 3 von 11