Rosenheim/Prien – Die Feuerwehren im Landkreis Rosenheim rückten im vergangenen Jahr zu 5707 Einsätzen aus. Das sind gut 300 Einsätze mehr als im Jahr zuvor. „Alles im normalen Bereich“, kommentierte Kreisbrandrat Richard Schrank bei der Verbandsversammlung des Kreisfeuerwehrverbands Rosenheim. Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der Feuerwehr Prien fand das Treffen im dortigen Festzelt statt.
Die Einsatzzahlen sind beeindruckend. Im Jahr 2018 wurden die Feuerwehren unter anderem zu 1350 Bränden und zu knapp 3200 technischen und sonstigen Hilfeleistungen gerufen. Die 90 Einsätze wegen Gefahrstoffen bedeuten sogar eine Verdreifachung gegenüber 2017. Kreisbrandrat Richard Schrank erwartet in diesem Bereich sogar noch eine weitere Steigerung, „weil immer mehr Pakete mit Gefahrgut verschickt werden.“
Ein Dorn im Auge ist Schrank der deutliche Anstieg bei den sonstigen Tätigkeiten. Hier geht es um freiwillige Hilfeleistungen der Feuerwehren wie beispielsweise Parkplatzdienste, die der Kreisbrandrat gerne reduzieren möchte. Ein weiteres Ärgernis in seinen Augen ist das Thema Notruf-Missbrauch. 21 Fälle gab es davon im vergangenen Jahr. Insgesamt mehr als 500-mal rückten die Feuerwehren 2018 wegen falscher Alarmierungen aus. Etwa 200 davon ließen sich auf den falschen Umgang mit Brandmeldeanlagen zurückführen. Auch wenn die in Wohnungen und Häusern installierten Rauchwarnmelder gelegentlich falschen Alarm auslösen, sieht sie der Kreisbrandrat sehr positiv, „Rauchwarnmelder retten wirklich Leben.“
Fast 1000
Menschen versorgt
Erstmals präsentierte Schrank in seiner Bilanz auch eine Statistik zur Personenrettung. Demnach wurden fast 1000 Menschen betreut beziehungsweise versorgt. 155 wurden gerettet, 43 davon über Feuerwehrleitern. Traurig: 40 Personen konnten nur noch tot geborgen werden.
Im Landkreis Rosenheim engagieren sich knapp 7300 Aktive, darunter fast 370 Frauen, in 117 freiwilligen Feuerwehren, einer Werkfeuerwehr sowie in zwei Betriebsfeuerwehren. Ihre Ausstattung und die Fahrzeuge sind in 127 Feuerwehrgerätehäusern untergebracht.
Um gut auf die Einsätze vorbereitet zu sein, kümmert sich ein Team von 105 Ausbildern um die Organisation und Durchführung von Lehrgängen. „Die Ausbildung ist das Hauptthema unseres Verbandes“, sagte Schrank. In 160 Lehrgängen wurden rund 4800 Feuerwehrmänner und Frauen ausgebildet. Schrank sprach den Ausbildern einen Riesendank für dieses enorme Schulungsaufkommen aus. Trotzdem seien es immer noch zu wenige Lehrgänge, bedauerte er. Vor allem von Seiten der Staatlichen Feuerwehrschule würden die für den Kreisfeuerwehrverband Rosenheim zur Verfügung stehenden Lehrgangsplätze nicht ausreichen.
Gut bestellt ist es um den Nachwuchs der Feuerwehren im Landkreis Rosenheim. Die aktuellen Zahlen präsentierte Kreisjugendfeuerwehrwart Manuel Pöhmerer. Mit Unterlaus und Schwabering meldeten sich zwei weitere Jugendfeuerwehren beim Kreisfeuerwehrverband an. Von den 117 freiwilligen Feuerwehren im Landkreis haben inzwischen 85 eine eigene Jugendfeuerwehr. Pöhmerer bedankte sich bei allen, die sich intensiv mit den Jugendlichen beschäftigen: „Wenn ihr das nicht so gut machen würdet, hätten wir nicht so gute Zahlen.“ Tatsächlich liegt die Begeisterung der Jugendlichen im Landkreis über dem bayerischen Durchschnitt. Noch relativ neu ist die Entwicklung von Kinderfeuerwehren, von denen es bereits drei im Zuständigkeitsbereich des Kreisfeuerwehrverbands Rosenheim gibt.
Nicht mit Lob sparte die stellvertretende Landrätin Marianne Loferer: „Ohne die 117 freiwilligen Feuerwehren wären wir ziemlich aufgeschmissen.“ Sie erinnerte an die Hochwasserlage vor wenigen Wochen oder an die Schneelage in Aschau und Sachrang im Januar. „Sie opferten ihr Wochenende, arbeiteten bis zur Erschöpfung und bekamen nicht immer, was sie verdienten.“
Großes Ärgernis Notruf-Missbrauch
Florian Lotter von der Bergwacht brachte es stellvertretend für alle Hilfsorganisationen auf den Punkt: „Das offene und konstruktive Miteinander hat uns stark gemacht. Wir dürfen uns nicht darauf ausruhen, sondern weiter daran arbeiten.“ Auch Robert Kopp, Präsident des Polizeipräsidiums Oberbayern Süd lobte: „Wir sind froh, über den Schulterschluss mit ihnen.“
Die guten kameradschaftlichen Beziehungen über die Grenze hinweg sprach Hannes Mayr, Bezirkskommandant aus Kufstein, an: „Es hat sich ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt und es freut mich, wenn wir so weitermachen können.“