Es braucht noch mutigere Schritte!

von Redaktion

Dekanatsreform

Die Katholiken in der Stadt und im Landkreis Rosenheim müssen sich auf eine gewaltige Änderung in der Dekanatsstruktur und in den Gemeinden vor Ort einstellen. Mit einer weiteren Organisationsreform nach der Bildung von Pfarrverbänden zieht das Ordinariat damit Konsequenzen aus der Personalnot, mit der die katholische Kirche schon länger zu kämpfen hat. Attraktivitätsverlust, seit Jahren rückläufige Zahlen bei den Gottesdienstbesuchern und zahlreiche Gläubige, die der Amtskirche frustriert den Rücken kehren, sind mindestens ebenso gravierende Probleme wie der Priestermangel. Findet die Kirche darauf nicht bald Antworten, wird sie eine Trendwende nicht schaffen.

Mitmach-Kirche statt Stallmief

Eine Reform wie die Personalstrategie 2030 ist unumgänglich. Freilich ist sie letztlich nur der Versuch, eine Mangelverwaltung optimal zu managen, um der segensreichen Vielfalt kirchlichen Lebens vor Ort auf Dauer eine Überlebenschance zu eröffnen.

Aber reicht das? Damit dies gelingen kann, sind viel tiefgreifendere Veränderungen in der Kirche unabdingbar. Es muss ihr gelingen, den ihr anhaftenden Stallmief lebensfremder Dogmatik abzulegen, der sie in den Augen vieler verzichtbar macht. Sie muss verstärkt in die Rolle einer Mitmach-Kirche finden, der die Menschen vertrauen. Um dieses Ziel zu erreichen, sind noch viele mutige Schritte erforderlich, gegenüber denen die Zusammenlegung von Dekanaten ein Klacks ist.

Noch viele Hemmnisse

Das gilt nicht nur für die Frage, welche Lehren sie aus gravierenden Fehlern der Vergangenheit zieht und wie sie künftig Transparenz und Konsequenz bei der Aufarbeitung von Schattenseiten – Stichwort Missbrauchsskandal – gewährleisten will. Gotteshäuser dürfen nicht ausschließlich Baudenkmäler sein. Ihre Glaubwürdigkeit kann die Kirche nur dann wieder stärken, wenn sie sich als lebensnaher Vermittler der christlichen Frohbotschaft erweist, dem auch Verständnis und Hilfsbereitschaft für die Alltagssorgen der Menschen attestiert werden kann.

Da gibt es bereits jetzt unzählige gute Ansätze, aber auch noch viele Hemmnisse, die beseitigt werden müssen. Hierzu gehören der Zwangszölibat und die Tatsache, dass Frauen noch immer der Zugang zum Diakonat verwehrt wird.

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