Aßling/Rosenheim – Auf der Strecke Aßling-Rosenheim ereignete sich am Mittwochmittag ein Zugunfall. Ein Triebwagen des Meridian krachte unmittelbar vor dem Bahnhalt Aßling gegen einen über den Gleisen liegenden Baum. Wie durch ein Wunder wurden weder der Zugführer noch die Fahrgäste verletzt, teilte die Pressestelle des Meridian nach dem Unglück mit.
Ein Sprecher des Unternehmens ging davon aus, dass der Baum witterungsbedingt auf den Gleisen gelandet war. Einen Anlass anzunehmen, dass hier jemand mutwillig gehandelt habe, gebe es derzeit nicht.
Die 170 Fahrgäste kommen
mit dem Schrecken davon
Im Zug saßen laut Meridian zum Zeitpunkt des Aufpralls etwa 170 Fahrgäste. Alle seien wohlauf, nach dem Zusammenstoß hätten sich zwei Kundenbetreuer sofort um sie gekümmert. Die Fahrgäste hätten dann in Busse umsteigen und ihre Fahrt fortsetzen können.
Bei dem Meridian wurden Scheiben zerstört und auch die Frontscheibe des Triebwagens sei zu Bruch gegangen – wie überhaupt der Zug an der Front erheblich beschädigt worden sei. „Die genaue Schadenshöhe kann derzeit noch nicht ermittelt werden“, hieß es dazu am Mittwoch.
Am Nachmittag untersuchten Fachleute den havarierten Zug, um dann entscheiden zu können, ob er nach Augsburg geschleppt werden müsse, oder noch aus eigener Kraft dorthin fahren könne. In Augsburg soll der Zug dann genau begutachtet und repariert werden. Alle seien froh, dass niemand verletzt worden ist, sagte ein Unternehmenssprecher, der freilich einräumte, dass öfter Bäume auf den Gleisen landen würden, besonders nach Stürmen und obwohl dort ausgeschnitten werde.
Für große Verärgerung sorgte der Vorfall bei den Pendlern – und zwar aufgrund der „katastrophalen Informationspolitik“, wie Pendlerin Brigitte Blümel (52) gegenüber unserer Zeitung erklärte. „Dass so ein Unfall passiert, da kann keiner was dafür“, sagte die Pendlerin, die nach drei Stunden immer noch nicht wusste, wie sie von Rosenheim nach Bernau kommen soll. „Zunächst gab es gar keine Infos, dann nur spärliche. Und am Ende hat mir ein Meridian-Mitarbeiter dann noch falsche Informationen gegeben, weshalb ich einen der wenigen Züge verpasst habe, die überhaupt gefahren sind.“ Als sie anschließend den Mann zur Rede stellen wollte, sei dieser auch noch „pampig“ geworden. Die Verzögerungen und Zugausfälle dauerten indes noch bis Redaktionsschluss an. mps/mw