Ein Leben für die Trachtensache

von Redaktion

Ehemaliger Gauvorsitzender Otto Dufter stirbt im Alter von 84 Jahren

Unterwössen – Die Trachtenwelt trägt Trauer: Im Alter von 84 Jahren ist jetzt Otto Dufter senior aus Unterwössen nach kurzer, schwerer Krankheit gestorben. Mit seinem Tod verliert die bayerische Trachtenbewegung mit rund 165000 Mitgliedern eines seiner bekanntesten Mitglieder. Dufter war mit Leib und Seele Trachtler. Für seine jahrzehntelang ausgeführten Ämter wurde er vielfach ausgezeichnet.

30 Jahren an der Spitze der Achentaler

30 Jahre war Otto Dufter Vorsitzender des Trachtenvereins D’Achentaler Unterwössen, in dem er auch als Plattler, Tänzer, Theaterspieler und Mitglied der Historischen Gruppe aktiv war. 1977 übernahm er für 20 Jahre das Amt des Gauvorsitzenden des Chiemgau-Alpenverbands, dem 23 Trachtenvereine angehören.

Im Jahr 2002 war er maßgeblich am Zusammenschluss zweier bis dahin eigenständiger bayerischer Trachtenorganisationen beteiligt: Die Vereinigten Bayerischen Trachtenverbände sowie den Landesverband bayerischer Heimat- und Volkstrachtenvereine vereinte er unter dem neuen Bayerischen Trachtenverband in einer Organisation, zu deren Vorsitzender er dann auch gleich gewählt wurde.

Aufgrund seiner Verdienste wurde er sowohl in Unterwössen als auch beim Chiemgau-Alpenverband und beim Bayerischen Trachtenverband mit der Ernennung zum Ehrenvorsitzenden ausgezeichnet. Zu den vielen Ehrungen, die der gelernte Zimmerer erhielt, gehörten unter anderem das Bundesverdienstkreuz am Bande, der Bayerische Verdienstorden, die Lehrer-Vogl-Medaille des Bayerischen Trachtenverbandes in Gold, die Carl-Grübel-Medaille des Deutschen Trachtenverbandes, die Bezirksmedaille in Gold des Bezirks Oberbayern und die Auszeichnung „Pro meriti scientiae et litterarum“ des Bayerischen Kultusministeriums.

Max Bertl, Nachfolger des Verstorbenen als Landesvorsitzender des Bayerischen Trachtenverbandes, erinnerte in einer ersten Reaktion auf den Tod Dufters daran, dass unter dessen Führung das Trachtenkulturzentrum in Holzhausen auf den Weg gebracht und somit der Grundstein für eine „gute Zukunft“ des Bayerischen Trachtenverbands gelegt worden ist.

Alois Glück, langjähriger politischer Weggefährte Dufters, bezeichnete den Verstorbenen „als Vorbild, das bodenständig, weltoffen, konservativ und zukunftsbezogen zugleich“ war.

Für Dufter war es eine Selbstverständlichkeit, mit vielen weiteren bayerischen Verbänden zusammenzuarbeiten. Ein besonderes Anliegen waren ihm die Partner- und Freundschaften mit dem Gauverband Nordamerika und mit dem Bund der Österreichischen Trachten- und Heimatverbände sowie das Wirken innerhalb der Bürgerallianz Bayern.

Hartnäckig und zielstrebig

Zum Wohl der Trachtensache ging er keiner Diskussion aus dem Weg. Zielstrebig und hartnäckig setzte er sich nicht nur für das Trachtenkulturzentrum, sondern auch für die „saubere Tracht“ und für den passenden Inhalt von Trachtler- und Festzelt-Veranstaltungen ein.

Stets zur Seite stand ihm seine Ehefrau Hilde. Mit ihr konnte Dufter vor fünf Jahren die goldene Hochzeit feiern. Die Trauerfeier für Otto Dufter beginnt am kommenden Freitag, 21. Juni, um 13 Uhr in der Kirche Unterwössen. Anton Hötzelsperger

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