Bad Aibling/Tuntenhausen – Manche Schraube ist noch locker, die roten Polstersitze warten auf Einbau und der Lack aufs Polieren. Restaurator und Kfz-Meister Benjamin Stengl aus Bad Aibling und Autobesitzer Ulrich Haupt aus Bruckmühl aber haben die Ruhe weg, denn jeder Handgriff sitzt. Heute wird der Audi 100 Coupé S von 1973 zusammengebaut sein, der TÜV soll sein Okay geben und morgen die Zulassung erfolgen.
Damit ist der Weg frei für den Oldie-Auftritt bei der ADAC Bavaria Historic Rallye in Maxlrain. Zunächst am Donnerstag von 10 bis 18 Uhr auf der Schlosswiese beim Maxlrainer Oldie-Feeling. Dann bei der Rallye am selben Tag ab 14.30 Uhr, Freitag ab 8.45 Uhr, Samstag und Sonntag ab 8 Uhr, jeweils Hotel St. Georg in Bad Aibling.
Quittengelber Käfer ist der Haupt-Star
Haupt ist ein alter Hase bei der jährlichen Veranstaltung. Kaum eine lässt er aus. Ehefrau und vier Kinder machen auch diesmal mit weiteren Oldtimern mit. Der Haupt-Star, ein quittengelbes VW Käfer 1302 LS Cabrio von 1971, soll dabei erneut glänzen. Im Vorjahr gewannen damit Ehefrau und Tochter den Damenpokal – zum dritten Mal hintereinander. Und Haupts Team 1 mit Fahrzeugen wie dem Audi den Mannschaftspreis.
Beides schreit nun nach einer Fortsetzung. Den VW hat Haupt übrigens 1984 erworben, „als Selbstbelohnung zu meinem Studium-Abschluss“, sagt er. Insofern hat das Fahrzeug eine Ewigkeitsgarantie bei der Familie. Über Ersatzteile muss er sich keine Gedanken machen. Hier werde häufig nachproduziert, sagt er. Schwieriger sei es beim Audi 100, da diese Exemplare inzwischen seltener seien und eine Nachproduktion sich kaum lohne.
Immer wieder neue Attraktionen und Zielgruppen finden – das ist die Intention des ADAC für die Bavaria Historic. Und so geben sich auf der Schlosswiese am Donnerstag neben Autos und Motorrädern erstmals 20 Brummis ein Stelldichein. Darunter ein Typ mit langer Schnauze und einer „Trommel wie bei einer Waschmaschine“ am Heck, meint ADAC-Sprecher Stefan Dorner. Name des Oldtimers: MAN-Müllfahrzeug von 1954. Eleganter in Blau-Weiß zeigt sich der Film-Bus, der für die Dreharbeiten zu „Das Wunder von Bern“ herhielt. Konrad Auwärter, 80 Jahre alt, steuert den Mercedes Benz, 6050 Kilo schwer, Hentschel-Motor mit 116 PS und 9,5 Meter lang, höchstpersönlich von Pilsting die 140 Kilometer nach Maxlrain. Wie aber stießen die Filmemacher auf den Bus? „Die haben bei uns nachgefragt“, sagt Auwärter, und das hatte seinen Grund. Denn in der väterlichen Firma wurde auch im Jahr 1952 der Original-Bus gebaut, mit dem Sepp Herberger und die Weltmeister-Mannschaft kutschiert wurden. Diesen Bus hat Auwärter immer noch.
Wer per Oldtimer kommt, hat Donnerstag freie Fahrt zur Schlosswiese. Für Besucher gibt es von 9 bis 18 Uhr ab Beyharting und Mietraching einen Shuttle-Service, der im Eintrittspreis von zehn Euro enthalten ist (Kinder bis 14 Jahre frei). Bis morgen läuft der Kartenvorverkauf in ADAC-Geschäftsstellen und Reisebüros. Abschluss am Sonntag, 23. Juni, ist ab 12 Uhr das Bayerische Oldtimer-Festival in Bad Aibling, von 13 bis 16 Uhr spielt die Band „Rock’n’Roll & Petticoats“. Mehr Infos: bavaria-historic.de.