Eine „faszinierende Grundidee“

von Redaktion

Tirol geht gegen „Mautflüchtlinge“ vor – Kiefersfeldens Bürgermeister noch skeptisch

Kiefersfelden/Rosenheim – Könnte dieser Schachzug aus Tirol für eine Entlastung für das vom Ausflüglerverkehr gebeutelte Inntal sein? Das österreichische Bundesland will mit einem Fahrverbot auf Umgehungsstraßen, das bereits seit gestern gilt, Autofahrer, die sich die Vignette sparen wollen, auf die Autobahn zwingen. „Wir müssen jetzt erstmal abwarten, wie das umgesetzt wird“, sagte Kiefersfeldens Bürgermeister gegenüber unserer Zeitung.

Fahrverbot auf Landstraßen

Die Tiroler Landesregierung hat ab sofort ein Fahrverbot auf Landstraßen in und um Innsbruck für Richtung Brenner und Deutschland reisende Lkw, Pkw und Motorräder verhängt, das vorerst bis zum Ende der Sommerferien am 14. September an jedem Wochenende von 7 bis 19 Uhr gilt. Nach Angaben der Tiroler Verkehrspolizei sollen die Autofahrer seitens der Polizei angehalten und – sollte es sich um „Mautflüchtlinge“ handeln – auf die Autobahn gelotst werden. Wie die Unterscheidung nach „Mautflüchtling“ und Tirol-Besucher erfolge, liege dabei im Ermessen der Beamten, teilte der Leiter der Tiroler Verkehrspolizei, Markus Widmann, gegenüber dem Bayerischen Rundfunk mit.

Gruber hofft

auf Ausweitung

Von einer „faszinierenden Grundidee“ aus Tirol spricht Kiefersfeldens Rathauschef gegenüber unserer Zeitung. Er will aber zunächst einmal abwarten, wie das Fahrverbot umgesetzt wird. „Noch weiß ich nicht genau, wie das Ganze ausgestaltet wird“, sagt Gruber, der sich aber – sollte das Konzept auch auf den Raum Kufstein ausgeweitet werden – eine deutliche Reduzierung des Durchgangsverkehrs für seine Gemeinde erhofft. „Dann bestünde für Reisende, die von Österreich nach Deutschland unterwegs sind, ja gar nicht mehr die Möglichkeit, vor der Grenze ab- und durch Kiefersfelden zu fahren.“

Ein Sprecher der Polizei in Kiefersfelden hingegen kann sich vorstellen, dass die Regelung bei Innsbruck bereits jetzt „eine deutliche Entlastung“ für die Bürger im Inntal bringen könnte. „Für unsere Arbeit wird es keinen Unterschied machen, für die Menschen auf der Straße aber vermutlich schon.“

Mehr Verkehr auf

der Autobahn?

Müssen sich dafür Reisende, die durchwegs die Autobahn nutzen, auf noch mehr Verkehr einstellen? „Das kann ich mir nicht vorstellen“, sagte ein Sprecher der Verkehrspolizei Rosenheim, deren Team am Mittwoch wieder mit langen Staus durch die Lkw-Blockabfertigung bei Kufstein zu kämpfen hatte. 16 Stunden lang hatte Tirol den Lkw-Verkehr an diesem Tag dosiert und damit für Staulängen von bis zu 40 Kilometern auf der A93 sowie auf der A8 in Richtung Süden gesorgt. Mathias Weinzierl

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