Ein Urzeit-Krokodil ist bereits da

von Redaktion

Vorbereitungen für Ausstellung „Saurier – Giganten der Meere“ laufen

Rosenheim – Nach umfangreichen Sanierungsarbeiten öffnet das Ausstellungszentrum Lokschuppen am 26. September seine Tore wieder für die Öffentlichkeit. Der Titel „Saurier – Giganten der Meere“ deutet schon darauf hin, was die Besucher erwartet: Urzeit-Monster der Superlative. Die OVB- Heimatzeitungen durften exklusiv hinter die Kulissen schauen.

OVB durfte exklusiv hinter die Kulissen schauen

Auf rund 1500 Quadratmetern inszeniert die Ausstellung die urzeitliche Wasserwelt mit über 200 hochkarätigen Original-Fossilien, Skeletten und Abgüssen aus dem Senckenberg Naturmuseum Frankfurt und vielen weiteren renommierten Museen in Europa. Außerdem werden 1:1-Modelle von Meeressauriern imposant in Szene gesetzt. Angefertigt wurden diese exklusiv für die Ausstellung in Rosenheim von einer Spezialfirma in Venetien in enger Zusammenarbeit mit erfahrenen Paläontologen auf der Basis neuester wissenschaftlicher Forschungsergebnisse.

Bereits im Lokschuppen eingetroffen ist der Schädelabguss eines Urzeit-Krokodils. Die wissenschaftliche Bezeichnung dieser Gattung, die während der Unter- und frühen Oberkreide im heutigen Afrika lebte, ist „Sarchosuchus“. Alleine der Schädel ist über eineinhalb Meter lang, das riesige Maul mit über 60 messerscharfen Zähnen bewehrt – zu seinen Lebzeiten wäre man diesem Monster besser nicht begegnet.

Derzeit wartet der „Sarchosuchus“ auf seinen großen Auftritt aber noch gut verpackt in einer Holzkiste. Bis er zusammen mit seinen „Kollegen“ Ende August in die Ausstellungsräumlichkeiten einziehen kann, gibt es für Dr. Peter Miesbeck und seinem Team noch viel zu tun. „Aktuell stimmen wir die Licht- und Farbeffekte ab“, erklärt der Leiter des Ausstellungszentrums.

Wer den Lokschuppen momentan betritt, bekommt noch nicht viel zu sehen. Die Farbe Schwarz dominiert. Erst mittels Einsatz raffinierter Lichttechnik werden die Meeressaurier später dann wirkungsvoll in Szene gesetzt, wertvolle Exponate in den Fokus der Aufmerksamkeit gerückt und die Zuschauer emotional mitgenommen in die Tiefen der urzeitlichen Meere.

Der dramaturgische Höhepunkt der Ausstellung wird das erste digitale und echtzeitrealisierte „Paläoaquarium“ Europas sein. Die Projektionsfläche steht bereits. Das Ausmaß ist beeindruckend: Auf über 50 projizierten Quadratmetern werden dort nach der Eröffnung 3D-animierte Urzeit-Riesen ihre Bahnen ziehen und den Besuchern die urzeitliche Wasserwelt anschaulichst vor Augen führen.

Das Besondere an der zweiten Saurier-Ausstellung in Rosenheim: Sie beschränkt sich nicht auf einen Abschnitt des Erdmittelalters, sondern behandelt das gesamte Mesozoikum und gibt darüber hinaus auch noch Ausblicke bis in die Erdneuzeit. Wichtig bei der Konzeption war Dr. Peter Miesbeck und seinem Team, dass auch die aktuelle Ausstellung wieder ein Erlebnis für die gesamte Familie wird. Die Kosten dafür, inklusive Personal und Unterhalt für die gesamte Laufzeit, belaufen sich nach den Angaben von Dr. Peter Miesbeck auf rund 3,5 Millionen Euro.

2018 gab es im Lokschuppen keine Ausstellung. Nach 30 Jahren wurde das Gebäude grundlegend saniert und erweitert. Die Gesamtkosten für die Baumaßnahme belaufen sich auf rund 10,6 Millionen Euro. Unter anderem wurden Klima- und Brandschutz den aktuellen Erfordernissen angepasst. Außerdem wurde durch einen rückwärtigen Anbau Platz für ein größeres Foyer mit Museums-Shop sowie neue Räume für Museumspädagogik und WC-Anlagen geschaffen.

Mittlerweile befinden sich auch die Bauarbeiten auf der Zielgeraden. Dr. Peter Miesbeck ist mit dem Ergebnis sehr zufrieden: „Unser Ausstellungszentrum zählt mit bis zu 280000 Besuchern pro Jahr zu den zehn erfolgreichsten Häusern in Deutschland. Um diesen Status zu halten, muss man den Besuchern etwas bieten, und durch die Sanierung können wir das auch.“

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