Rosenheim – Statistisch gesehen hat jeder Bürger im vergangenen Jahr weniger als 184 Kilogramm Restmüll verursacht. Das bedeutet im Vergleich zum Jahr davor einen Rückgang von gut einem Kilogramm, wie im Abfallwirtschaftsbericht für das Jahr 2018 nachzulesen ist. Der Bericht wurde jetzt vom Sachgebietsleiter Kreislaufwirtschaft im Landratsamt Rosenheim, Georg Kirchhuber, in der Sitzung des Ausschusses für Umweltangelegenheiten, Landwirtschaft, räumliche Entwicklung und Naturschutz vorgestellt.
Gemeinnützige Altpapiersammlungen
Gut 21100 Tonnen Altpapier wurden im vergangenen Jahr im Landkreis eingesammelt. Davon brachten die Bürger knapp 11800 Tonnen zu den Altpapiercontainern in den 43 Wertstoffhöfen und mehr als 1300 dezentralen Containerstandplätzen. Knapp 9400 Tonnen kamen über die sogenannten Blauen Tonnen zusammen sowie fast 18 Tonnen über gemeinnützige Altpapiersammlungen.
In die Altglascontainer an fast 250 Standorten wurden knapp 5900 Tonnen eingeworfen. Das sind rund 25 Tonnen weniger als das Jahr zuvor. Einen geringfügigen Rückgang gab es zudem bei der Menge der erfassten Leichtverpackungen. Weißblech, Aluminium, Mischkunststoffe, Tetra Pak, Becher, Folien oder Styropor summierten sich auf knapp 1770 Tonnen.
Um das Hausmüllvolumen zu reduzieren, werden im Landkreis seit vielen Jahren Grünabfälle getrennt erfasst. In den drei Kompostieranlagen in Noderwiechs bei Bruckmühl, in Perfall bei Eiselfing und in Weiher bei Aschau wurden 2018 mehr als 115000 Kubikmeter Häckselgut, Laub und Gras angeliefert. Daraus wurden 17700 Tonnen Kompost erzeugt, der im Landschafts- und Gartenbau, im Sportanlagenbau und in Privatgärten eingesetzt wird.
Zudem können Verbraucher den Kompost abgepackt in Säcken oder bei den Kompostieranlagen lose kaufen. Aus Umweltschutzgründen stellt der Landkreis nach eigenen Angaben in seinen eigenen Kompostieranlagen in Noderwiechs und Perfall nur torffreie Substrate her.
Der nach wie vor hohe Buchsbaumzünslerbefall stellt die Kompostieranlagen laut Kirchhuber vor keine Probleme. Das angelieferte Material wird in einer sogenannten Heißrotte bearbeitet. Dabei werden der Buchsbaumzünsler beziehungsweise die Raupen abgetötet.
Bringsystem
für Bioabfälle
Seit 2017 gibt es im gesamten Entsorgungsgebiet des Landkreises Rosenheim ein Bringsystem für Bioabfälle. Bürger entscheiden selbst, ob sie ihre Bioabfälle selbst kompostieren oder beim örtlichen Wertstoffhof abgeben. 2018 wurden 312 Tonnen eingesammelt, 35 Tonnen mehr als im Jahr zuvor.
Die Kompostierung im eigenen Garten fördert der Landkreis Rosenheim seit 1989. Knapp 12000 Kompostbehälter wurden seitdem bezuschusst. Zudem gewährt er einen Abschlag von rund zehn Prozent auf die Müllgebühren, wenn im Garten kompostiert wird.
2018 wurden außerdem knapp 7700 Tonnen Altholz, beinahe 3400 Tonnen Altmetall und 65 Tonnen Autobatterien gesammelt und verwertet. Darüber hinaus lieferten die Bürger 516 Tonnen Altreifen, 723 Tonnen Haushaltsgroßgeräte, 906 Tonnen Haushaltskleingeräte einschließlich Informations- und Unterhaltungselektronik, 346 Tonnen Bildschirme und Fernsehgeräte, 345 Tonnen Kühlgeräte, 139 Nachtspeicheröfen sowie drei Tonnen CDs ab.
Über die Wertstoffhöfe, aber auch über das Umweltmobil wurden 232 Tonnen Problemabfälle eingesammelt. 65 Tonnen davon waren Altöl, 55 Tonnen Farben und Lacke, 45 Tonnen Batterien, knapp fünf Tonnen Ölfilter, mehr als 14 Tonnen Laugen, dreieinhalb Tonnen Säuren, drei Tonnen Pestizide, mehr als elf Tonnen Lösemittel sowie knapp 15 Tonnen Feuerlöscher.
Bei den Wertstoffen fielen 2018 pro Einwohner gut 380 Kilogramm an. Den Haus-, Geschäfts- und Sperrmüll zusammengerechnet, ergibt sich beim Restmüll ein Jahresdurchschnitt von knapp 184 Kilogramm pro Einwohner. Die Recyclingquote von 72,6 Prozent bestätigt laut Kirchhuber erneut, „dass die Bürgerinnen und Bürger ein vorrangiges Ziel des Abfallwirtschaftskonzeptes des Landkreises umsetzen, nämlich die Restmüllmenge durch wirksame Vermeidungs- und Verwertungsmaßnahmen so weit wie möglich zu verringern und dadurch die Umwelt zu schonen“. Tatsächlich ist die Verwertungsquote sogar noch höher, da die selbst kompostierten Grünabfälle in der Berechnung nicht berücksichtig werden können.
Telefonische
Beratung
Das in der Behörde zuständige Sachgebiet Kreislaufwirtschaft und Abfallberatung fördert diese Entwicklung nach eigenen Angaben durch telefonische, persönliche oder schriftliche Beratung, Unterrichtsstunden in Klassen sowie regelmäßige Schulungen des Personals von Gemeinden und Wertstoffhöfen.
Um die Verbraucher noch besser informieren zu können, sind im vergangenen Jahr die neue Webseite und App des Sachgebietes Abfallwirtschaft des Landkreises Rosenheim online gegangen. Laut Kirchhuber ist die Webseite wwww.abfall.landkreis-rosenheim.de bis Juni 2019 rund 38000-mal aufgerufen worden. Die App wurde in diesem Zeitraum rund 21000-mal heruntergeladen.