Waldbrandgefahr in der Region steigt

von Redaktion

Luftbeobachtung in ganz Oberbayern – Petersfeuer am Petersberg findet nicht statt

Rosenheim – Rückblick auf den Sommer 2018: Im August hielt ein Brand am Schwarzenberg im Inntal oberhalb von Oberaudorf Hunderte Einsatzkräfte in Atem. Nachdem sie das Feuer zunächst gelöscht hatten, mussten sie kurz danach wieder ausrücken. Durch den Wind breiteten sich erneut kleinere Brandherde aus. Letztlich dauerte es Tage, bis der Brand endgültig gelöscht war.

Beobachtungsflüge auch ab Mühldorf

In diesen Tagen ist die Waldbrandgefahr durch das anhaltend trockene und heiße Wetter auch in der Region gestiegen. Die Regierung von Oberbayern hat Luftbeobachtung für Sonntag, 30. Juni, bis einschließlich Montag, 1. Juli, für Oberbayern angeordnet. Die Beobachtungsflüge starten an sieben Stützpunkten im Regierungsbezirk, darunter in Mühldorf. Sie finden einmal täglich nachmittags statt.

„Derzeit liegt der Waldbrand-Gefahrenindex bei uns bei Stufe drei von fünf Stufen. Wir haben damit eine mittlere Gefahr für Waldbrände“, sagt der Kreisbrandrat des Landkreises Rosenheim, Richard Schrank. Für Sonntag und Montag steigt der Index nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes in der Region auf Stufe vier, das bedeutet eine hohe Gefahr. Bedingt durch Regenfälle wird der Index am Dienstag voraussichtlich auf Stufe eins zurückgehen.

Aufgrund der Waldbrandgefahr entschlossen sich die Organisatoren des Petersfeuers auf dem Petersberg, es in diesem Jahr nicht zu entzünden. Eigentlich hätte es am Samstagabend lodern sollen. Das Patrozinium mit anschließendem Standkonzert finde aber ab 17 Uhr statt, teilten die Veranstalter mit.

„Es besteht kein Anlass, grundsätzlich alle Sonnwend- und Petersfeuer abzusagen“, sagt Schrank. Sie müssten sowieso bei der jeweiligen Gemeinde angemeldet werden. Diese könne im Einzelfall besondere Auflagen erteilen. „Es ist immer gut, die Umgebung des Feuerplatzes vor dem Anzünden stark zu wässern“, so Schrank. In jedem Fall müsse ein Feuer einen Mindestabstand von 100 Metern zum nächsten Wald haben.

Vor einem Notruf die Brandursache klären

Eine Bitte hat der Kreisbrandrat in diesem Zusammenhang an alle, die in den kommenden Tagen einen Feuerschein bemerken: „Vergewissern Sie sich vor einem Notruf, ob es sich dabei tatsächlich um den Brand eines Gebäudes beziehungsweise einer Waldfläche handelt. Die Feuerwehren mussten in der Vergangenheit schon öfter ausrücken, weil jemand einen Brand gemeldet hat und es handelte sich um ein Petersfeuer.“ Man solle also lieber kurz nachschauen, falls das möglich ist, bevor man die Feuerwehr anruft.

Manfred Maier, Abteilungsleiter für den Bereich Forst im Rosenheimer Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten, weist auf grundsätzliche Gefahrenquellen hin. „Manchmal reicht es schon, wenn man mit dem Auto auf einem Waldweg fährt oder parkt. Der Katalysator oder heiße Auspuff kann das trockene Gras entzünden“, warnt Maier.

Auch achtlos weggeworfene Zigarettenkippen seien schon oft die Ursache für Brände gewesen. Gleiches gelte für Glasflaschen. „Scherben können wie Brenngläser wirken und Feuer entfachen“, so Manfred Maier.

Ist ein Feuer ausgebrochen, ist das umgehend unter der Notrufnummer 112 zu melden. Handelt es sich um einen kleineren Brand, durch den das eigene Leben nicht gefährdet ist, muss er laut Feuerwehr bekämpft werden. Das kann durch Austreten, Abdecken mit Kies, Sand oder Erde sowie Löschen mit einem Feuerlöscher erfolgen. Wichtig ist, dass sich das Feuer nicht weiter ausbreitet.

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