Rosenheim – Trillerpfeifen, Megafone, Plakate – zwar nicht so viele wie zuletzt Anfang Januar, aber dennoch an die 100 Demonstranten empfingen gestern Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer einmal mehr bei seinem Besuch in Rosenheim.
„Kein weiteres Milliardengrab“
Sie formierten sich dieses Mal vor dem Ballhaus, wo Scheuer gestern Vormittag die Trassenauswahl für den Brenner-Nordzulauf Bürgermeistern und den Vertretern der Bürgerinitiativen vorstellte.
„Bestand modernisieren statt Heimat zerstören“ und „Kein weiteres Milliardengrab“ waren nur einige der Forderungen, die lautstark und plakativ im Zuge der Mahnwache vertreten wurden.
Und wer sich da gestern Vormittag für seine Heimat einsetzte, der musste durchaus hart gesotten sein: Temperaturen von gut über 30 Grad Celsius in der Rosenheimer Innenstadt, es wehte kein Lüftchen. Doch die Teilnehmer waren gut gerüstet: Klemens Huber (57) aus Großkarolinenfeld hatte jede Menge Wasser dabei; ebenso Silke Rath aus Kolbermoor. Sie hat sich extra frei genommen, um an der Mahnwache teilzunehmen.
Der Organisator der Mahnwache vor dem Ballhaus, Johann Walk, tat zudem sein Möglichstes, um den Auftritt erträglich zu gestalten – und verlegte in Absprache mit der Polizei die Veranstaltung kurzerhand in die schattige Passage am Ballhaus. Bis sich Minister Scheuer nach Ende der Präsentation wieder blicken ließ – da ging es für die Demonstranten zurück in die pralle Sonne. Und der Protest gegen die Neubautrassen wurde einmal mehr lautstark mit Trillerpfeifen unterstrichen.
Rosi Gantner/Tanja Hertl