Rätselhaftes Fischsterben in Eiselfing

von Redaktion

Schrecklicher Anblick am Schwarzmoosbach in Eiselfings Ortsteil Bachmehring: An der Wasseroberfläche trieben am Dienstagabend zahlreiche tote Fische. Noch rätseln die Fachleute darüber, wie es zur Verunreinigung kommen konnte.

Eiselfing – Einer Bürgerin waren die toten Fische aufgefallen, sie hatte die Polizeiinspektion Wasserburg informiert. Die Beamten gingen das Gewässer ab und stellten nach eigenen Angaben auf einer Länge von drei Kilometern 50 verstorbene Tiere fest. In angrenzenden Teichen entdeckten die Polizisten noch einmal diese Menge.

Erstickt aufgrund Sauerstoffmangel

Doch das Ausmaß ist noch weitaus größer, bedauert Bürgermeister Georg Reinthaler. Der von ihm herbeigerufene Kreisfischereiverein Wasserburg barg am Dienstagabend rund 280 weitere tote Fische aus dem Wasser. Gestern Abend folgte gemeinsam mit der Feuerwehr eine erneute Begehung des Bachverlaufs, deren Ergebnis bis Redaktionsschluss noch nicht feststand.

Zu den Opfern der Verunreinigung gehören nach Informationen von Roland Edl, Vorsitzender des Kreisfischereivereins, vor allem Bachforellen, Mühlkoppen und Barsche. Die Fische seien an Sauerstoffmangel gestorben, also erstickt. „Es ist ein Jammer“, seufzt Edl.

Wertvoller Lebensraum bedroht

Der Vorsitzende der Fischer bedauert vor allem das massenhafte Sterben der Bachforellen. Es handelt sich nach seinen Angaben um keine Besatzfische, sondern um einen sich selbst reproduzierenden Stamm. „In der heutigen Zeit eigentlich sehr wertvoll!“. Die betroffenen Bachforellen in allen Altersstrukturen seien einwandfrei genährt, was für die Produktivität des Gewässersystems spreche. „Der Lebensraum ist massiv geschädigt worden“, ärgert sich Edl.

Der Bürgermeister spricht von einem „größeren Umweltschaden“. „Das ist keine Kleinigkeit mehr“, sagt er angesichts der Berge voller toter Fische, die sich am Ufer auftürmten, und der Gefahr von Geruchsentwicklungen. Betroffen von der Verunreinigung seien nach Angaben von Experten nicht nur – deutlich sichtbar – die Fische, sondern – unsichtbar – auch die vielen Kleinlebewesen und Mikroorganismen im Gewässer.

Das von der Polizei gerufene Wasserwirtschaftsamt Rosenheim kann zu den Gründen für das Fischsterben noch nichts sagen. Zwei tote Fische und mehrere Wasserproben wurden zur Analyse an das Landesamt für Umwelt geschickt, teilt Behördenleiter Paul Geisenhofer auf Anfrage der OVB-Heimatzeitungen mit. Bis die Ergebnisse vorliegen würden, könne es bis zu zwei Wochen dauern.

Warten auf das Ergebnis

Eine Fischerkrankung? Ein Gülleeintrag über benachbarte landwirtschaftliche Flächen? Geisenhofer verweist angesichts der Spekulationen in der Bevölkerung über mögliche Ursachen auf die Notwendigkeit, das Untersuchungsergebnis des Landesamtes für Umwelt abwarten zu müssen. Edl appelliert: „Der Verursacher sollte unbedingt ermittelt und Strafanzeige gestellt werden.“

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