Rosenheim – Neun Tage lang wird Rosenheim zur Trachtler-Hochburg. Beim 99. Inngaufest, das die Kaltentaler zusammen mit ihrem 88. Gründungsfest begehen, erwartet Vorsitzender und Festleiter Georg Kaffl über 6000 Gäste – alleine am Festsonntag. Das Zelt von Gastronom Manfred Kirner, das sich auf dem Volksfestplatz in Pang befindet, erhält aktuell den letzten Schliff, ehe die Rosenheimer Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer als Schirmherrin am morgigen Donnerstag, 11. Juli, um 19 Uhr das erste Bierfass anzapft. Die OVB-Heimatzeitungen werfen einen besonderen Blick auf das Spektakel – mit dem Gaufest-Abc:
A wie Aufwecken: Schon in den frühen Morgenstunden beginnt der Gaufestsonntag am 14. Juli für den Vorstand der Kaltentaler. Die Blaskapelle Am Wasen weckt die Führungsriege der Trachtler mit Blasmusik statt monotonen Weckergeräuschs.
B wie Brunauer: So heißt der Hofname von Vorsitzendem und Festleiter Georg Kaffl aus Westerndorf am Wasen. Bereits seine Eltern waren aktive Trachtler. Sein Vater, Georg Kaffl senior, stand über 43 Jahre lang an der Spitze des größten Rosenheimer Trachtenvereins und hat die Vereinsgeschichte nachhaltig geprägt.
C wie Chris Boettcher: Der Musikkabarettist aus München kommt am Samstag, 20. Juli, um 20 Uhr nach Pang. Mit im Gepäck hat er sein Programm „s’Beste“; Einlass ab 18 Uhr.
D wie Domkapitular: Selbiger ist Dekan Pfarrer Daniel Reichel. Er zelebriert mit Weihbischof Wolfgang Bischof den Festgottesdienst am Sonntag, 14. Juli, um 10 Uhr. Bei schönem Wetter als Feldmesse an der Einmündung Alpenblickstraße/Esterfeld, bei Regen im Zelt.
E wie Ehrtanz: Damit erweisen Plattlergruppen, beispielsweise von befreundeten Trachtenvereinen, dem Gastgeber die Ehre.
F wie Filzenbar: Die hat immer zur späteren Stunde geöffnet, entweder mit einer Liveband oder mit Musik von DJane Jessy. Das Motto „Fuiz‘n“ stellt den Bezug zu den Mooren rund um Pang dar.
G wie Gaudi: Die ist beim Gaufest garantiert – für alle Generationen. Deshalb bietet auch das Programm für alle Altersklassen etwas. Die Trachtler sind nämlich Familienmenschen.
H wie Herausforderung: Das ist das Gaufest wahrlich für den Trachtenverein – in vielerlei Hinsicht. Denn die Ehrenamtlichen bringen viel Zeit und Geduld auf, um ihren Gästen ein schönes Fest zu bereiten, eine Zerreißprobe auch für die Führungsriege. Hinzu kommen starke finanzielle Aufwendungen durch den Verein.
I wie ideal: So gewählt sind gleich mehrere Eckpfeiler beim Gaufest, wie beispielsweise der Festplatz. Direkt auf dem Volksfestplatz wird gefeiert. Dort hat man einen schönen Blick auf die umliegende Bergwelt und die barocke Rundkirche von Westerndorf am Wasen, deren 350. Jubiläum im vergangenen Jahr gefeiert worden ist (wir berichteten).
J wie Juheee: Diesen Ruf wird man im Panger Festzelt oft hören, nicht nur von Josef Wick, einem Mitglied der aktiven Plattlergruppe mit entsprechend ausgeprägtem Organ. Auch andere Gäste lassen gerne spontan einen typischen „Juhizer“ als Ausruf der Freude los.
K wie Kesselfleisch: Oder auf Schwäbisch Siedefleisch, auf fränkisch Schipf oder Norddeutsch Stegfleisch. Das gibt es traditionell am Montag, 15. Juli, um 18 Uhr, wenn die Musikkapelle aus Brannenburg, dem Heimatort des Patenvereins, aufspielt.
L wie lang: Wird der bunte Festzug am Sonntag, 14. Juli, um 14 Uhr. Er führt über die Straße Am Wasen sowie über die Panger und Aisinger Straße nach Aising. Auf Höhe der Bäckereien wird umgedreht, dann geht es auf derselben Strecke zurück.
M wie Musik: Beim Gaufest unverzichtbar. Musiker sind Hunderte zu hören. Nicht nur auf der großen Bühne im Festzelt, sondern auch bei den Umzügen, beim Gottesdienst sowie an allen Tagen im Zelt und in der Bar.
N wie Noagal: Die braucht beim Gaufest niemand trinken. Denn Festwirt Manfred Kirner aus Bad Feilnbach beziehungsweise Rosenheim sorgt dafür, dass niemand hungrig oder durstig bleibt.
O wie Oberbürgermeisterin: Das ist Gabriele Bauer in Rosenheim. Und die hat sich bereit erklärt, die Schirmherrschaft beim 99. Inngau-Trachtenfest zu übernehmen.
P wie parteilos: Bei den Panger Trachtlern geht es nicht um Politik. Das steht sogar in der Ursprungssatzung aus dem Jahr 1931: Zweck des Vereins ist die Erhaltung und Auffrischung der Gebirgstracht, die Unterhaltung im geselligen Kreise durch Musik und Gesang und Übung und den Schuhplattlertänzen unter Ausschluss aller politischen Tendenzen.
Q wie quadratisch: So sieht die große Bühne aus, die mitten im 135 Meter langen Festzelt steht und zehn mal zehn Meter misst.
R wie Ruhetage: Davon gibt es zwei. Damit Besucher nicht vor verschlossenen Toren stehen, sollten sie diese beachten: am Samstag, 13. Juli, und am Dienstag, 16. Juli, kein Festbetrieb.
S wie Slowenien: Von dort, besser gesagt aus Begunje na Gorenjskem (deutsch: Vigaun), kommt Sašo Avsenik, der Enkel von Slavko Avsenik, dem Gründervater der Oberkrainer-Musik. Zusammen mit seinen Oberkrainer Musikanten ist das Musiktalent am Donnerstag, 18. Juli, um 20 Uhr in Pang zu Gast; Einlass ab 18 Uhr.
T wie Trachtenflohmarkt: Dort gibt es am Sonntag, 21. Juli, um 10 Uhr einige Schnäppchen zu ergattern. Parallel dazu findet das Gaudirndldrahn sowie ein Rosstag statt, der zusammen mit der Kaltblutpferdezuchtgenossenschaft Rosenheim organisiert wird.
U wie urbayerisch: Ist das Gwand, das die „Kaltentaler“ tragen, die Miesbacher Tracht. Sie hat sich nach 1900 in Oberbayern verbreitet. Wichtigste Regel: Schmuck und Ausstattung wachsen mit Alter und Ansehen, niemals umgekehrt.
V wie Verkehrskonzept: Das wurde zusammen mit Stadt und Behörden ausgearbeitet und stellt sicher, dass alle Besucher gut und sicher anreisen können. Parkplätze sind dennoch heiß begehrt. Wer kann, kommt am besten mit dem Fahrrad – oder nimmt den Bus. Die Linien 4, 11 und NV2 halten direkt vor dem Festzelt und fahren sogar bis spät in den Abend.
W wie weltoffen: Das sind die Trachtler durch und durch, sagt sogar der Gauvorsitzende. In seinem Grußwort betont Georg Schinnagl, dass die Trachtler gut und gerne feiern und das bayerische Lebensgefühl auch weitergeben, sei es an die Jugend, oder an Zugezogene und Migranten.
X wie x-beliebig: Ist nichts beim Gaufest, also nichts ist quasi dem Zufall überlassen. Denn der Festausschuss plant seit Monaten akribisch an der Großveranstaltung im Rosenheimer Süden.
Y wie Youngsters: Das sind die Kinder- und Jugendgruppe. Schon in frühen Jahren lernt der Nachwuchs das Platteln, Drehen und Tanzen, bis die Dirndl und Burschen in die aktive Gruppe aufsteigen, dem Aushängeschild des Vereins. In Pang haben Vorplattler Anian Paul und Dirndlvertreterin Magdalena Gartner das Sagen.
Z wie Ziachspieler: Davon hat der Trachtenverein Pang auch selber welche. Sie sind unter anderen beim Gauheimatabend am Freitag, 12. Juli, um 20 Uhr im Festzelt zu hören.
Ausführliche Infos zum Gautrachtenfest unter www.trachtenverein-pang.de.