Rosenheim – Zehn Tage lang war der Mangfallpark eine einzige große Bühne. Mit einer verregneten Antenne- Bayern-Party ging gestern das neunte Rosenheimer Sommerfestival zu Ende. Angesichts von mehr als 55000 Besuchern zogen die Veranstalter dennoch eine positive Bilanz des Open-Air-Spektakels und verwiesen auf die besondere Atmosphäre im Herzen Rosenheims.
Das Treffen mit Familie und Freunden und internationalen Stargrößen ist aus dem Veranstaltungskalender nicht mehr wegzudenken. Nicht für die Rockfans, die zur Eröffnung mit den legendären Rockveteranen Nazareth, Sweet und Uriah Heep 50 Jahre Rockgeschichte abfeierten; nicht für die treuen Festivalbesucher, die einen Tag später trotz Regens von einem gut gelaunten Howard Carpendale mit „Hello again“ und von Ben Zucker mit seinen inzwischen so beliebten rauchig-kratzigen gesungenen Songs begrüßt wurden. Großer Wermutstropfen: das für Sonntag geplante OVB-Familienfest musste leider wegen der schlechten Witterung ausfallen.
Zum Glück verzogen sich Anfang der zweiten Festivalwoche die Regenwolken und Tausende kreischender und textsicherer Teenies jubelten am Mittwoch im Sonnenuntergang ihren Stars Michael Schulte und Wincent Weiss zu – begleitet von einer effektvollen Bühnenshow.
Gemütliche Sundownerstimmung herrschte auch am Tag darauf bei Namika und LEA – zumindest für die Erwachsenen. Die jungen Mädels fieberten dagegen aufgeregt mit selbstgemalten Fanplakaten ihren Idolen entgegen. Waren die Auftritte von Namika und LEA etwas für Herz und Gefühl, brachten die Scorpions am Freitag Bühne und Park zum Beben. Mehr als 9000 Fans erlebten eine gigantische Show mit den Welthits „Wind of Change“, „Still loving you“ und „Rock you like a Hurricane“. Die Veranstalter um Werner Oeckler, Alexandra Birklein und Stefan Brunnhuber sprechen in ihrer Bilanz von „einem weiteren Meilenstein der Rosenheimer Sommerfestivalgeschichte“.
Wer nach so viel Aufregung einen entspannten Samstagabend erleben wollte, war erneut im Mangfallpark genau richtig. Die zwei Flamenco-Gitarristen von Café del Mundo stimmten den lauschigen Abend mit wunderschönem Gitarrenspiel ein, ehe das deutsche Jazz-Weltmusikquartett Quadro Nuevo die Besucher im Anschluss mit „Volksliedern einmal anders“ überraschte. Die vier hatten sich dafür ordentlich klassische Verstärkung mit der Philharmonie Salzburg besorgt. Es wurde ein Abend voller Leichtigkeit und leidenschaftlicher Spielfreude bei sommerlich heißen Temperaturen. Der Konzertreigen endete schließlich mit einem lauten Knall: großes Pyro-Spektakel mit glitzernden Sternen, leuchtenden Kometen und Feuerwerksblüten, abgestimmt auf ein Musik-Medley.
So laut es am Samstagabend am Himmel zuging, so ruhig blieb es über die gesamte Zeit am Boden: Auch in diesem Jahr sei das Festival friedlich abgelaufen, teilen die Veranstalter mit, „ohne Polizeieinsätze.“
Die Künstler-Akquise und Buchungsvorbereitungen für nächstes Jahr laufen bereits auf Hochtouren, Details oder erste Namen gab es gestern noch nicht. Nur so viel: „Man darf sich für das Jubiläums-Sommerfestival auf ein Line up mit Staraufgebot freuen“, versprechen Oeckler, Birklein und Brunnhuber.
Zum Vormerken: Die zehnte Auflage findet vom 10. bis 19. Juli 2020 statt. Denn nach dem Festival ist vor dem Festival.