Erste Zusagen aus den Rathäusern

von Redaktion

Viele Wünsche und Ideen bei der Jugendbeteiligungskonferenz „#myvision19“

Breitbrunn – Knapp 130 junge Menschen aus dem gesamten Landkreis Rosenheim haben sich heuer an „#myvision19“ beteiligt. Auf Einladung der Kommunalen Jugendarbeit im Landkreis diskutierten sie drei Tage in der Chiemseehalle in Breitbrunn. Sie formulierten Ideen und Wünsche und überlegten, wie sie selbst an einer Lösung mitwirken können.

Und dann hörten die Verantwortlichen aus den Gemeinden zu. Bürgermeister, stellvertretende Bürgermeister und Jugendbeauftragte aus 29 Kommunen waren zur Jugendbeteiligungskonferenz gekommen. Auch die stellvertretende Landrätin Andrea Rosner wollte sich direkt über die Anregungen der jungen Menschen informieren.

Halbstundentakt

der Bahn gefordert

Die jungen Damen und Herren hatten eine ganze Reihe an Themen bearbeitet, die über Gemeindegrenzen hinausgehen. Dazu gehörte der Öffentliche Personennahverkehr. Um langes Warten und verspätetes Nachhausekommen zu vermeiden, schlugen sie einen Halbstundentakt für die Bahn vor. Darüber hinaus wünschten sie sich bessere Busanbindungen auf den Dörfern, mehr Radwege sowie eine bessere Beleuchtung an den Radwegen. Der Eiselfinger Bürgermeister und Mitglied des Kreistages, Georg Reinthaler, informierte die Versammlung über das geplante Nahverkehrskonzept, das noch in diesem Jahr vom Kreistag beschlossen werden soll.

Die Themen der „Fridays for future“-Bewegung beschäftigten die Jugendlichen auch in der Jugendbeteiligungskonferenz. So wurde unter anderem auf den Zusammenhang zwischen gesunder Erde und gesunden Menschen hingewiesen.

Sie wünschen sich Umwelt-, Natur- und Artenschutz, mehr Recycling, mehr erneuerbare Energien, mehr naturbelassene Wiesen und Parkanlagen, blühende Straßenränder sowie mehr Bäume. Um die Versiegelung von Flächen zu reduzieren, schlugen sie vor, in den Gemeinden höher zu bauen.

Mehr Aufklärung

in puncto Drogen

Ein besonderes Anliegen war den Teilnehmern das Thema Drogen. Sie schlugen vor, die Aufklärung an den Schulen zu verstärken, damit Jugendliche weniger Risiken eingehen, wie auf einem Plakat stand. Auf Wunsch der Jugendlichen war kurzfristig ein Polizeibeamter nach Breitbrunn gekommen, der sehr offen über seinen Alltag im Polizeidienst berichtete.

Ein Dauerthema ist und bleibt die Ausstattung in den Schulen. Beklagt wird die nicht oder nur schlecht funktionierende Technik. Ein Vorschlag lautete, Tablets einzuführen, um Papier zu sparen und um Bücher zu ersetzen. In vielen Gemeinden fehlt den jungen Leuten zudem öffentliches Wlan. Sie wünschen sich Räume, um sich treffen zu können, umfangreichere Öffnungszeiten von Jugendtreffs, mehr Skaterplätze beziehungsweise die Sanierung und Erweiterung von bestehenden Skaterplätzen und attraktivere Badeplätze an Seen und Weihern.

Im Anschluss an die Präsentation der Jugendlichen bekam Moderator Erik Flügge bereits einige Zusagen der Gemeindevertreter. Frasdorfs Bürgermeisterin Marianne Steindlmüller sagte einen zweiten Basketballkorb zu. In Amerang wird laut Bürgermeister August Voit eine Brücke über einen Bach gebaut, um den Zugang zu Sportflächen sicherer zu gestalten. Bad Endorfs Bürgermeisterin Doris Laban will Jugendliche an der Gestaltung der Ortsmitte beteiligen.

Beratungen

über Radweg

Ein gewünschter Radweg soll Thema eines Gesprächs von Hans Schaberl, dem Bürgermeister von Feldkirchen-Westerham, mit seinem Bruckmühler Amtskollegen Richard Richter sein. In diesem Zusammenhang machte Pfaffings Bürgermeister Lorenz Ostermaier auf ein Problem bei der Planung von Radwegen aufmerksam. Um einen Radweg verwirklichen zu können, braucht es die Zustimmung von vielen Grundstückseigentümern. Wenn nur einer sich verweigert, wird ein Radweg nicht gebaut. „Und das kommt vor“, so Ostermaier.

In Griesstätt können die jungen Leute noch heuer Bäume pflanzen, sagte Bürgermeister Robert Aßmus zu. Philipp Bernhofer, Bürgermeister in Bernau, will prüfen, welche Systeme der Mülltrennung es für öffentlich zugängliche Mülleimer gibt. In Aschau können Jugendliche die Außenwände der Turnhalle möglicherweise für Graffiti nutzen und in Tuntenhausen werden Rastbänke ausgetauscht, sagte Bürgermeister Georg Weigl.

In Bad Feilnbach stehen die Öffnungszeiten des Jugendtreffs zur Debatte. Sie sollen verändert werden, damit der Treff besser genutzt wird. „Wir kriegen das hin“, sagte Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner.

Bei der Verwirklichung der Projekte in den kommenden Wochen und Monaten stehen den Jugendlichen die jeweiligen Jugendbeauftragten der Gemeinden, Hauptamtliche aus der Offenen Jugendarbeit sowie der Jugendsozialarbeit an Schulen und nicht zuletzt die Organisatorin aus der Kommunalen Jugendarbeit Karola Kellner zur Seite.

Viele Kommunen übernehmen Konzept

2014 wurde die Jugendkonferenz „#myvision“ erstmals organisiert. Diese Form der Jugendbeteiligung war in Deutschland über viele Jahre einmalig. Inzwischen haben andere kreisfreie Städte und Landkreise begonnen, die von der Kommunalen Jugendarbeit im Landkreis Rosenheim entwickelte Idee ganz oder teilweise zu kopieren.

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