Löwe darf vor Adler nicht kuschen

von Redaktion

Verkehrsgipfel in Berlin

Der Tiroler Landeshauptmann Günther Platter hat sich beim Verkehrsgipfel in Berlin als knallharter Verhandler erwiesen. Seine Forderungen – von der Korridormaut bis hin zu einer kurzfristig umzusetzenden spürbaren Verringerung des Lkw-Transits über die Brenner-Autobahn – sind unmissverständlich, die Bereitschaft zum Einlenken hält sich in engen Grenzen. Nicht nur, weil die Abschaffung der Mautpflicht auf der Inntal-Autobahn von der Landesgrenze bis zur Ausfahrt Kufstein Süd derzeit nichts als eine vage Absichtserklärung und ein Ende der Lkw-Blockaden mit den bekannten Negativfolgen für Bayern nicht in Sicht ist.

Bei den politisch Verantwortlichen in der Region müssen angesichts solch magerer Verhandlungsergebnisse die Alarmglocken schrillen. Sie dürfen nicht zulassen, dass die Lebensqualität der Menschen im Inntal im Streit um den Brennertransit zur Manövriermasse wird. Diese Gefahr ist nicht von der Hand zu weisen.

Inntal droht weiteres Unheil

Leiden die bayerischen Grenzgemeinden bisher hauptsächlich unter dem Mautausweichverkehr, droht ihnen weiteres Unheil, wenn ab 2020 die Bedeutung der sogenannten „Rollenden Landstraße“ über den Brenner als Entlastungsmoment für die Straße erheblich gestärkt werden soll. Schreckensszenario schlechthin: wenn kurzfristig noch mehr Güterzüge auf die noch lange nicht mit optimalem Lärmschutz ausgestattete Bahnstrecke durch das Inntal verlagert werden, der Personennahverkehr darunter leidet, wegen eines aus Tiroler Sicht noch zu geringen Entlastungseffektes die Mautfreiheit bis Kufstein Süd trotzdem nicht wiederhergestellt wird und auch die Lkw-Blockabfertigung ein Dauerärgernis für die Region bleibt.

Trotz des begrüßenswerten Strebens nach Konsens: Der bayerische Löwe muss wachsam sein und darf vor dem Tiroler Adler nicht kuschen.

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