Nach Badedrama: Spendenaufruf

von Redaktion

Hochstrasser See 13-Jähriger kann sich an tragisches Geschehen erinnern

Raubling – Der dramatische Badeunfall am Hochstraßer See (Gemeinde Raubling) bestürzt die Region: Beim Sprung von einem Baum ins Wasser hatte sich ein 13-jähriger Bub in einem Seil verfangen – und sich seinen Unterarm regelrecht abgerissen. In einer zehnstündigen Operation gelang es einem Ärzte-Team in München, den Unterarm wieder anzunähen.

Die gute Nachricht: Der Bub ist inzwischen wieder bei Bewusstsein. Und ihm geht es den Umständen entsprechend gut, wie es von Seiten der Familie heißt. Ganz aktuell wurde zudem ein Spendenaufruf gestartet. Die Gelder sollen für die Genesung des Kindes verwendet werden.

Montagabend hatte Raphael Baud (19), Großcousin des verunglückten Buben, die Online-Initiative angestoßen – und schon wenige Stunden später war eine beträchtliche Spendensumme auf dem Konto eingegangen.

Schon viele Spenden eingegangen

Zehn Euro, 20 Euro, 100 Euro – mit großen und kleinen Beträgen beteiligten sich sogleich Spender aus der ganzen Region und darüber hinaus an dem Aufruf, der über die Plattform „Gofundme“ („Unterstützt meinen Großcousin bei der Genesung“) eingestellt worden war. Ziel der Aktion: die Genesung und mögliche Reha-Maßnahmen bestmöglich zu unterstützen. „Ich möchte den Eltern des Jungen und natürlich auch seinem kleinen Bruder in dieser schweren Zeit etwas Rückendeckung bieten können“, erklärt Raphael Baud.

Schließlich steht deren Welt gerade Kopf. Denn der vergnügliche Badetag mit Freunden am Hochstraßer See endete für den 13-Jährigen aus Kirchdorf bei Raubling am vergangenen Donnerstag tragisch. Entsprechend mitgenommen ist auch seine Familie. Und dabei hätten die Sommerferien so schön starten sollen: Kommende Woche hätte es für die ganze Familie, also die Eltern, den 13-Jährigen und seinen kleinen Bruder, in den Urlaub gehen sollen. Geplant war ein großer Badeurlaub. Ägypten war das Ziel. Doch ganz klar: Das ist alles gecancelt. Im Mittelpunkt steht nun die Sorge um den „Großen“.

Der befindet sich glücklicherweise auf dem Wege der Besserung, wie sein Großcousin, der in Raubling lebt, berichtet: „Er ist inzwischen wieder bei Bewusstsein, und ihm geht es den Umständen entsprechend gut.“ Und: Er kann sich offenbar komplett an den Vorfall erinnern.

Beherzte Reaktion

der Kameraden

Erinnerungen, die sicherlich auch seine Freunde noch lange verfolgen werden: Sie hatten das Unglück mitansehen müssen, haben ihren Kameraden aus dem Wasser gezogen und noch an Ort und Stelle Erste Hilfe geleistet. „Sie haben sehr beherzte Reaktionen gezeigt“, ist Raphael Baud beeindruckt. Andere Badegäste hätten zeitgleich den abgetrennten Arm aus dem Wasser geborgen. „Diesen Taten ist es vermutlich zu verdanken, dass mein Großcousin jetzt noch am Leben ist“, ist Baud überzeugt.

Was folgte: eine zehnstündige Operation in der Haunerschen Kinderklinik, zusammen mit Spezialisten der LMU. Die, wie berichtet, von Erfolg gekrönt war: Der replantierte Arm ist wieder durchblutet, Nerven und Gefäße sind laut den Ärzten wiederhergestellt. Baud betont in diesem Zusammenhang: „Wir, die Angehörigen, bedanken uns ausdrücklich bei jeder mitwirkenden Kraft, unter anderem denen der Kinderklinik und der LMU.“ Aber auch den Ersthelfern und dem Kriseninterventionsteam, das im Anschluss die Freunde des 13-Jährigen und die weiteren Retter betreut hat, zollte er höchsten Respekt.

Mit Unterstützung aus der Spendenaktion will Baud nun seinem Großcousin ermöglichen, den „Weg zurück in sein gewohntes junges Leben zu finden“.

Baud weiter: „Da der Heilungsweg bisher in keiner Weise absehbar ist, soll der Spendentopf beispielsweise für in Zukunft anstehende Reha-Maßnahmen genutzt werden.“ Er stellt sich vor, der jungen Familie – die Mutter des 13-Jährigen ist Bauds Cousine – damit ein „Finanzkissen“ für diesen Weg bieten zu können. „Hier zählt jede Spende“, unterstreicht er.

Schließlich will er nichts unversucht lassen, um seinen Großcousin auf dessen Genesungsweg zu unterstützen – ebenso wie die gesamte übrige Familie.

Die bangt nun weiter um den 13-Jährigen, allen voran die Eltern, die tagtäglich in die Kinderklinik nach München pendeln, aber auch Oma und Opa, Onkel und Tanten, Cousins und Cousinen. Sie alle hoffen nur das Beste für die Zukunft des jungen Burschen. Und Großcousin Baud fasst zusammen: „Wir bleiben optimistisch.“

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