Kampf gegen Mikroplastik

von Redaktion

Plastikmüll gilt als große Bedrohung für die Weltmeere. Die 14-jährige Lisa Knoff aus Raubling hat Plastik nun den Kampf angesagt. Mit einer Petition fordert sie eine Kennzeichnungspflicht mikroplastikhaltiger Kosmetik – und spricht damit über 59000 Menschen aus der Seele.

Raubling – Mikroplastik ist laut des Bundes für Umwelt- und Naturschutz nachweislich in sämtliche Bereiche des Meeres vorgedrungen. Dabei handelt es sich um feste und unlösliche synthetische Kunststoffe, die kleiner als fünf Millimeter sind. Diese entstehen durch den Verwitterungsprozess größerer Kunststoffteile, werden in dieser Form aber auch in der Kosmetikindustrie verwendet.

Fachbegriffe auf

der Inhaltsliste

Lisa Knoff, Schülerin des Gymnasiums Raubling, hat durch Recherche herausgefunden, dass gerade Kosmetika nicht auf den Zusatz von Mikroplastik angewiesen sind. Bei dem Versuch, mikroplastikhaltige Kosmetik zu vermeiden, stieß sie auf etwas, das ihr ein noch größerer Dorn im Auge ist: Wer den Inhaltsstoff meiden will, hat es nicht leicht. Denn die Hersteller nutzen Fachbegriffe oder Kürzel für Mikroplastik auf den Inhaltslisten der Produkte.

Ein Zustand, den die 14-jährige Raublingerin so nicht mehr hinnehmen will: Anfang Juli startete sie daher eine Online-Petition, in der sie fordert, eine Kennzeichnungspflicht für Kosmetika einzuführen, die Mikroplastik enthalten.

Die ersten drei Unterschriften waren schnell beisammen: Die Schülerin hatte gemeinsam mit ihren Eltern unterzeichnet. Dann passierte eine Woche nichts – bis Knoffs Aufruf im Newsletter der Plattform erschien und so an Reichweite gewann. „Auf einmal hatte die Online-Petition 30000 Unterschriften“, erzählt sie. „Da musste ich mich erst einmal setzen.“

Mittlerweile unterstützen 59000 Menschen Knoffs Forderung nach einer Kennzeichnungspflicht. In den Kommentaren fordern viele sogar, noch einen Schritt weiterzugehen: den umweltschädlichen Stoff grundsätzlich zu verbieten.

Denn für Tiere ist das Mikroplastik äußerst schädlich. Dem Bund für Umwelt- und Naturschutz zufolge wirkt es wie ein Magnet für Schadstoffe und ist oft hundertmal höher mit Schadstoffen belastet als das Meerwasser. Ob die Kunststoffpartikel eine Gefahr für den Menschen darstellen, ist noch nicht bekannt.

Knoff hat sich allerdings bewusst dagegen entschieden, ein Verbot zu verlangen: „Man muss mit kleinen Schritten anfangen“, sagt sie. „Verbote können nicht alles regeln, man muss selbst tätig werden.“

Hier geht sie nicht nur mit der Petition mit gutem Beispiel voran. Seit vergangenem Schuljahr leitet sie gemeinsam mit einer Freundin die Umwelt-AG am Gymnasium Raubling. Mit den anderen Mitgliedern tauscht sie sich darüber aus, wie man die Schule nachhaltiger gestalten kann. Im kommenden Schuljahr will sie sich verstärkt auf die AG konzentrieren und diese, wenn möglich, ausweiten.

Die Petition will die Schülerin Anfang September einreichen. Dann wird sie mit Bundesjustizministerin Christine Lambrecht Kontakt aufnehmen. „Ich würde mir ja ein Telefonat wünschen“, sagt Knoff. „Mir wäre es wichtig, weiter voranzukommen und mehr durchzusetzen.“

Tipps zum Verzicht

auf Mikroplastik

Für alle, die bewusst auf Mikroplastik verzichten wollen, hat sie auch schon einige Tipps parat. Denn in vielen Bereichen, sagt sie, sei ein Verzicht sehr leicht. Verschiedene Apps und ein Ratgeber des Bunds für Umwelt und Naturschutz Deutschland beispielsweise gäben Auskunft über enthaltenes Mikroplastik in Kosmetika. „Hier ist der Verzicht am einfachsten“, sagt Knoff.

Außerdem könne jeder bei Kleidung beispielsweise auf einen hohen Baumwollanteil achten und versuchen, synthetische Materialien zu meiden. Auch zur sogenannten „Fast Fashion“, der Kleidung diverser günstiger Modeketten, sollte der Verbraucher Alternativen suchen. Und wer seine Wäsche in einem speziellen Waschbeutel wäscht, könne verhindern, dass Mikroplastik aus der Kleidung ins Wasser gelangt. Lisa Knoff ist sich sicher: „Jeder kann etwas tun.“

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