Rosenheim/Wasserburg – In einem Brief an den stellvertretenden Landrat Josef Huber weist der Ameranger Rathauschef August Voit auch im Namen der Bürgermeister aus den nördlichen Landkreis-Gemeinden auf erhebliche Defizite im Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) in diesem Bereich hin. Dies gelte speziell für die Stadt Wasserburg und deren Umkreis. Auch landkreisübergreifende Verbindungsachsen seien zum Teil nur unzureichend angebunden, heißt es in dem Schreiben.
„Die bisherige Ausarbeitung des Nahverkehrsplanes zeigt, dass dringender Bedarf an öffentlichen Linien, auch über die Landkreisgrenzen hinweg, gegeben ist. Eine gute Vernetzung mit den Landkreisen Mühldorf, Traunstein und Ebersberg ist dringend erforderlich“, schreibt Voit, der zugleich Sprecher der Bürgermeister im Landkreis Rosenheim ist. Berücksichtigung müssten hierbei die Schulstandorte und die Belange der Schülerbeförderung finden, fordern die Bürgermeister. Klare Botschaft der Unterzeichner: „Wir sind aufgefordert, die vielschichtigen Themen des Verkehrs neu zu denken! Als dringlich sehen die Unterzeichner die Schaffung einer Buslinie von Dorfen über Haag nach Wasserburg Bahnhof an, die über Rechtmehring und Albaching führt.
Mit Blick auf die aktuell anstehende Fortschreibung des Nahverkehrsplans, die mit der Erstellung eines Mobilitätskonzeptes für den Landkreis durch ein Fachbüro einhergeht (wir berichteten), sind sich die Bürgermeister in wesentlichen Punkten einig: Das Konzept müsse in Zusammenarbeit mit den Landkreisen Mühldorf, Traunstein und Ebersberg erstellt werden. Dabei seien alle vorhandenen Verkehrsträger und auch der Radverkehr zu berücksichtigen. Gewachsene Strukturen, die sich bewährt haben, müssten berücksichtigt werden.
Folgende vier „politische Impulse“ finden sich in dem Schreiben an den Landrat-Stellvertreter.
• Die Bürgermeister halten die Schaffung mindestens einer Vollzeitstelle für einen Geschäftsführer für dringend erforderlich, der in der Rosenheimer Verkehrsgesellschaft (RoVG) die Stadt und den gesamten Landkreis als einen integrierten Mobilitätsraum versteht und behandelt.
• Mit der Priorisierung der Eigenwirtschaftlichkeit der Busunternehmer wird der Landkreis nach Überzeugung der Unterzeichner den Bedürfnissen der Bürger im ÖPNV-Bereich nicht mehr gerecht. „Der ÖPNV ist Teil der Daseinsvorsorge und muss sich in erster Linie an den Bedürfnissen der Nutzer orientieren“, heißt es.
• Aufgrund der langen Zeitläufe der Konzessionen für die Buslinien muss nach Überzeugung der Ratshauschefs schon heute erhoben werden, wann und wie die Laufzeiten der Konzessionen im Landkreis und von der Stadt synchronisiert werden können.
• Vom Staat fordern die Verfasser des Briefes eine größere finanzielle Unterstützung – „gerade im ÖPNV und grundsätzlich für neue Mobilitätskonzepte“. Verlangt werden gleiche Lebensbedingungen auch für den ländlichen Raum.