Die Dinos sind zurück

von Redaktion

Giganten der Meere tauchen im Lokschuppen auf – Einzigartige Schau

Streicheleinheit!

Rosenheim – Die Saurier sind zurück in Rosenheim: Genau zehn Jahre nach dem Mega-Erfolg der Dinos aus Argentinien nimmt jetzt eine weitere kolossale Schau Formen an. Mit der Ausstellung „Saurier – Giganten der Meere“ hat der Lokschuppen nach der Auszeit von 2018 gleich wieder Großes vor. Die „Macher“ versprechen den Dino-Fans ein einzigartiges Spektakel. Start ist am 26. September.

Bis dahin ist noch viel zu tun. Denn die Teams arbeiten quasi auf zwei Baustellen gleichzeitig: Während sich die Lokschuppen-Erweiterung auf der Zielgeraden befindet, kommt der Bau der Dino-Unterwasserwelt gerade erst in Fahrt.

Das Wichtigste: Die Stars der Saurier-Schau sind am Mittwoch eingetroffen – 22 Modelle von Meeressäugern, alle fabrikneu, entworfen und lebensecht in Originalgröße angefertigt nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen und mit modernsten Techniken.

Wurden die Dinos aus Argentinien 2009 noch mit dem Schiff übers Meer nach Rosenheim gebracht, so hatten die Stars von 2019 eine kürzere Anreise. Sie kamen mit Sattelschleppern über die Brennerautobahn nach Bayern – die Größeren zerlegt in Einzelteile, damit sie in einen Lkw und damit auf die Straße passen.

Nun werden die Hauptdarsteller im Lokschuppen zusammengefügt – eine mühsame Kleinarbeit. Der sieben Meter lange Liopleurodon aus der Gattung der Pliosaurier ist schon fertig. Medienvertreter durften am Mittwoch zusehen, wie der Jura-Gigant mit dem gewaltigen Knochenbrecher-Gebiss, das zur Urzeit selbst den Panzer von Meereskrokodilen zermalmte, mit Hilfe des Akkuschraubers zu einer imposanten Gesamterscheinung wurde.

Eine italienische Angelegenheit

Der Zusammenbau von Kopf, Rumpf, Flossen und Schwanz war – ebenso wie die Produktion zuvor – eine italienische Angelegenheit: Alle Modelle wurden in der Spezialwerkstatt „Prehistoric Minds“ in Venetien hergestellt. Dort ließ der Lokschuppen die Modelle exklusiv von einem internationalen Team aus Wissenschaftlern, Paläontologen, Kunsthandwerkern und Künstlern entwickeln und produzieren.

„Am wichtigsten war der Anfang“, blickt Kurator der Ausstellung, Dr. Bernd Herkner, zurück: „Haltung, Haut, Augen, Größenverhältnisse – alles hatte genau zu stimmen.“ Weitere Herausforderungen für den Paläontologen Dr. Simone Maganuco und Zeichner Davide Bonadonna: Die Modelle mussten zerlegbar und durften nicht zu schwer sein.

Allein der Tylosaurus hat 600 Arbeitsstunden verschlungen. Auf rund 250 Kilo bringt es der zwölf Meter lange Lokschuppen-Wasserdino. Damit ist er zwar ein Schwergewicht – aber immer noch viel leichter als das Kreidezeit-Original, dessen Gewicht Wissenschaftler auf bis zu 8000 Kilo schätzen. Und so wird der gefräßige Meeresriese, natürlich auch er mit offenem Maul, wie die anderen Exponate schon bald von der Lokschuppendecke hängen. Die Präparate setzen sich aus Styropor, Kunstharz und Ton zusammen – und sind damit leicht genug für eine Hängepartie in der Neuzeit.

Rund um die schwebenden Dinos herum verspricht Lokschuppen-Chef Dr. Peter Miesbeck den Besuchern eine interaktive Lebensrauminszenierung mit Originalexponaten, wie sie „einzigartig in ganz Europa ist“. Das gilt auch für das digitale und „Paläo-Aquarium“, das auf über 50 Quadratmetern ein nachhaltig fühlbares Raumerlebnis schafft.

Rosenheim über ein Jahr im Dino-Fieber

Insgesamt inszeniert der Lokschuppen auf 1500 Quadratmetern eine urzeitliche Wasserwelt mit über 200 hochkarätigen Original-Fossilien, Skeletten, Abgüssen und den imponierenden 1:1- Modellen von Meeressauriern aus Italien. Die Originale stammen aus dem Senckenberg-Naturmuseum in Frankfurt und weiteren renommierten Museen in Europa. Die Gesamtkosten werden auf 3,5 Millionen Euro geschätzt.

So ist der Leiter des Ausstellungszentrums überzeugt davon, dass die „Giganten der Meere“ erneut ein großes Dino-Fieber in Rosenheim auslösen werden. 280000 Besucher sind das Ziel – wie bei der Rekordschau von 2009. Über ein Jahr lang wird die Ausstellung zu sehen sein – vom 26. September 2019 bis 13. Dezember 2020.

Danach werden die großen Stars wie Liopleurodon, Tylosaurus, Spinosaurus oder Archelon, die große Meeresschildkröte, wieder in ihre Einzelteile zerlegt. 2021 sind die Giganten dann woanders zu sehen. „Anfragen gibt es schon aus der ganzen Welt“, so Miesbeck.

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