Kolbermoor – „Ich war derjenige, der Robert M. vor zehn Jahren die Kolbermoorer Stadtnachrichten ins Gefängnis nach Stadelheim geschickt hat. Und er war nicht der Einzige, der Post von mir bekommen hat.“ Mit diesen Worten meldete sich am Freitag ein Leser aus Kolbermoor in der OVB-Redaktion. Damit bezog er sich auf den Artikel, den unsere Zeitung jetzt zum 20. Todestag von Carlos Fernando (35) aus Mosambik, der im Sommer 1999 in Kolbermoor erschlagen worden war, veröffentlicht hat. Robert M. (Name geändert) aus Kolbermoor war damals vor einem Lokal ohne Vorwarnung auf den Afrikaner losgegangen. Von einem brutalen Faustschlag getroffen, fiel Fernando mit dem Kopf auf den Asphalt und trug so schwere Gehirnverletzungen davon, dass er später in einer Klinik starb. Robert M. wurde damals vom Traunsteiner Landgericht zu zehn Jahren Gefängnis verurteilt – allerdings wegen Körperverletzung mit Todesfolge und nicht, wie irrtümlich berichtet, wegen Totschlags.
Als Robert M. in Stadelheim einsaß, ließ er sich die Kolbermoorer Stadtnachrichten ins Gefängnis schicken. Seiner Wiedereingliederung in die Gesellschaft könnte das zuträglich gewesen sein. Aber noch mehr dürfte die Post bei einem weiteren Kolbermoorer in Stadelheim bewirkt haben. Er suchte eine Frau, schaltete aus der Haft heraus eine Anzeige in dem Bürgerblattl. „Prompt hat sich eine Dame gemeldet – und dann haben die zwei geheiratet“, so der OVB-Leser. ls