Mühldorf/Erharting – Die Trauer in Erharting sitzt tief. Zwei Tage nach dem tödlichen Unfall auf einem Bauernhof an Rande der Gemeinde herrscht tiefe Betroffenheit. Der Tod des dreijährigen Mädchens am Freitagabend trifft viele. „Alle weinen“, erzählt eine Erhartingerin am Sonntagvormittag, Bürgermeister Georg Kobler sagt: „Wir sind tief betroffen.“ Derzeit gebe es kaum ein anderes Thema im Dorf.
Der Unfall ereignete sich am Freitagabend gegen 18.30 Uhr auf dem Hof der Familie. Beim Rangieren überfuhr ein Bulldog das kleine Mädchen, das trotz Erste-Hilfe-Maßnahmen noch auf dem Hof starb. Sie ist die Mittlere von drei Mädchen, die junge Familie hatte den Hof erst vor etwa vier Jahren gebaut. Damals gab sie ihre Hofstelle im Dorf auf, damit dort ein neues Baugebiet entstehen konnte. Der moderne Milchviehbetrieb vor den Toren Erhartings hat einen eigenen Hofladen, auch die Großeltern der Dreijährigen leben dort. „Das ist eine richtige Großfamilie“, schildert Bürgermeister Kobler, ein klassischer bäuerlicher Familienbetrieb, zu dem auch die Schwester des Landwirts gehört, die regelmäßig auf den Hof kommt. Der Unfall vom Freitagabend hat jetzt eine schwere Lücke gerissen.
An der Trauer und dem Schrecken nehmen viele in dem Dorf Anteil. Denn nicht zuletzt durch das große Engagement der Familienmitglieder in verschiedenen Bereichen hatten viele Erhartinger eine Beziehung zu der Familie. Alle vier Wochen grillen sie Steckerlfisch, der Hofladen ist auch über Erharting hinaus bei allen beliebt, die frische Ware vom Bauernhof direkt kaufen wollen.Markus Honervogt