„Ausholen, an sich glauben und fest draufhauen“

von Redaktion

Anzapfen beim Herbstfest: Interview mit Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer

Rosenheim – Seit Mai 2002 ist Gabriele Bauer Oberbürgermeisterin der Stadt Rosenheim. Wenige Monate später zapfte sie zum ersten Mal auf dem Herbstfest an, heuer zum letzten Mal. Die OVB-Heimatzeitungen sprachen mit Bauer über diese jährlich wiederkehrende Amtshandlung.

Frau Oberbürgermeisterin, Sie zapfen heuer das letzte Mal auf der Rosenheimer Wiesn an. Wieviel Wehmut schwingt mit, wenn Sie den Zapfhahn ins Holzfass schlagen?

So viel Wehmut, wie sich über 18 Jahre Herbstfest-Anzapfen hinweg überhaupt nur ansammeln kann. Im Ernst: Es war über drei Amtszeiten hinweg für mich immer eine besondere Ehre, das Herbstfest mit dem offiziellen Anzapfen zu eröffnen. Aber von Abschiedsschmerz kann trotzdem keine Rede sein, denn ich werde auch nach dem aktiven Dienst dem Herbstfest verbunden bleiben.

2002 wurden Sie zur Rosenheimer Rathauschefin gewählt und zapften zum ersten Mal auf dem Herbstfest an. Wie haben Sie diesen ersten Auftritt in Erinnerung? Waren Sie nervös?

Wenn bis zu 8000 Menschen in einem Festzelt durstig darauf warten, dass endlich erfolgreich angezapft wird, wäre es seltsam, nicht nervös zu sein. Eine gewisse Anspannung bei meinem ersten Anzapfen 2002 kann ich deshalb nicht verleugnen.

Hand aufs Herz: Haben Sie das Anzapfen jemals trainiert oder sich Tipps geben lassen?

Die Antwort auf die Frage fällt unter das Amtsgeheimnis.

Eine Schätzfrage: Wissen Sie ungefähr, bei wieviel Gelegenheiten Sie in Ihrer aktiven Zeit als Politikerin bis jetzt mit dem Anzapfen offiziell ein Fest eröffnet haben?

Ehrlich gesagt, habe ich jenseits der 100 aufgehört zu zählen.

Gab es eine nette Begebenheit oder einen Zwischenfall beim Zapfen, die/der Ihnen besonders in Erinnerung geblieben ist?

Wenn es richtig spritzt, ist das besser fürs Bild, aber schlechter für die Nerven und die Seidenschürze.

Wer Ihnen auch immer auf dem Chefsessel im Rathaus folgt: Wenn Sie Ihrem/Ihrer Nachfolger(in) einen guten Rat für das Anzapfen geben müssten, wie sähe der aus?

Ruhe bewahren, kurz ausholen, an sich glauben und fest draufhauen.

Interview: Norbert Kotter

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