Mühldorf – Die Autobahn A94 zwischen München und Mühldorf wird am Montag, 30. September, feierlich eingeweiht. Das haben Vertreter der beteiligten Firmen und Behörden inoffiziell bestätigt. Sie soll in Anwesenheit der Verkehrsminister Andreas Scheuer (Bund) und Hans Reichhart (Bayern) um 15 Uhr eröffnet werden.
Autofahrer können die neue Straße ab dem nächsten Tag, Dienstag, 1. Oktober, und damit einen Monat früher als geplant, nutzen. Damit geht für viele Menschen in der Region ein jahrzehntelang gehegter Wunsch nach einer leistungsfähigen und sicheren Straße in Richtung München in Erfüllung.
Obwohl es noch keine offizielle Bestätigung aus dem Bundesverkehrsministerium gibt, gilt der Termin in Autobahnbauerkreisen als gesichert. Der Grund: Das private Baukonsortium „Isentalautobahn GmbH“ bekommt vom Bund mehr Geld, wenn die Autobahn vor dem ursprünglich geplanten Termin Ende Oktober fertig wird. Mit dem 30. September hätte das Unternehmen den Termin um genau einen Monat unterboten. Offiziell klingt das aus dem Bundesverkehrsministerium auf Anfrage so: „Der Termin für die feierliche Verkehrsfreigabe ist noch in der Abstimmung.“
Von Burghausen
bis München
33 Kilometer ist der letzte Abschnitt zwischen Pastetten und Heldenstein lang, nach dessen Fertigstellung Autofahrer ohne Unterbrechung von Burghausen über Mühldorf bis München vierspurig auf der A94 fahren können. Die Länge beträgt 117 Kilometer.
Die Kosten für den Abschnitt mit vielen großen Brücken beläuft sich auf 440 Millionen Euro. Er führt zum Teil durch das Isental und wurde deshalb von Anwohnern und Umweltschützern heftig bekämpft und vor Gericht gezogen. Der bayerische Verwaltungsgerichtshof schuf schließlich im November 2010 Baurecht, danach begann der Kampf um die Finanzierung der Straße.
Mit der Eröffnung am 30. September und der Verkehrsfreigabe einen Tag später geht eine fast 50-jährige Baugeschichte zu Ende. Derzeit führt die „Isentalautobahn GmbH“ letzt Arbeiten durch. Das sogenannte ÖPP-Projekt einer „Öffentlich-privaten-Partnerschaft“ geht auch nach dem Fertigstellungstermin weiter. Denn die „Isentalautobahn GmbH“ ist auch für den Betrieb der A 94 verantwortlich.
Auf 30 Jahre läuft der Vertrag mit dem Bund, 1,1 Milliarden Euro zahlt Deutschland an das Baukonsortium aus verschiedenen Banken und Baufirmen, sofern die Autobahn befahrbar ist. Markus Honervogt