Ein Qualitätsmerkmal für eine besonders vorausschauende Krankenhauspolitik ist die Schließung der Geburtshilfe im Krankenhaus Bad Aibling nie gewesen. Auch nicht für eine Unternehmensphilosophie, deren Prämisse eine möglichst breit gefächerte, wohnortnahe Grundversorgung der Bevölkerung unter medizinisch verantwortbaren Rahmenbedingungen sein sollte.
Dennoch war die Maßnahme – von offizieller politischer Seite einst als vorübergehend verkauft – alternativlos, weil damals aufgrund der personellen Voraussetzungen die Sicherheit von Mutter und Kind bei einer Geburt im Aiblinger Krankenhaus nicht mehr gegeben gewesen wäre.
Wer wann welche Weichenstellungen verschlafen hat, um diese drastische Konsequenz abwenden zu können, darüber darf bis heute spekuliert werden. Offenbar sieht jedoch auch der Klinikverbund weiterhin die Notwendigkeit einer solchen Abteilung in der Kurstadt. Wie anders ist es sonst zu erklären, dass die dortige Geburtshilfe sich im Gegensatz zu der ebenfalls aufgelösten Abteilung in Prien noch immer im Krankenhausplan findet?
Und da wird’s peinlich. Eine Abteilung auf dem Papier weiterleben zu lassen, für deren Revitalisierung die Politik und die Romed-Geschäftsführung in den vergangenen beiden Jahren wohl keinen Finger krumm gemacht haben – jedenfalls nicht für die Öffentlichkeit erkennbar – , ist dreist. Auch wenn Wahlkampf kein Spiel mit der Angst sein sollte, beide haben der AfD unbewusst in die Hände gespielt. Einfach töricht!