In Amerika sind kugelsichere Schulranzen heuer der Verkaufsschlager zum Schulanfang. Als ich das lese, muss ich an unsere Schulanfänger denken. Am letzten Kindergartentag habe ich ihre nagelneuen Schulranzen im Gottesdienst mit dem Weihwasser gesegnet. Wenn ich das mache, dann immer ziemlich gründlich!
Ich habe den Kindern aber vorher erklärt, dass ihr Schulranzen jetzt dabei nass werden wird. In den kommenden Jahren ihrer Schulzeit wird dieser noch oft vom Regen sehr nass werden. Da ist es doch gut, wenn die ersten Wassertropfen nun die Weihwassertropfen sind.
Wir segnen im Grund nicht den Schulranzen, sondern damit die Kinder, die ihn tragen. Wir verbinden damit unser Gebet, dass sie im Straßenverkehr immer sicher unterwegs sind und gesund und fröhlich wieder nach Hause kommen. Der Inhalt des Schulranzens möge keine schwere Last sein, sondern den Kindern helfen, wirklich etwas für ihr Leben zu lernen.
Die Kinder haben diese einfachen Worte mit ihrer kindlichen, aber tiefen Herzensweisheit verstanden. Segen ist keine Magie, sondern heißt, das Leben unter ein gutes und positives Vorzeichen zu stellen. Segen bedeutet sich zu öffnen für den Himmel und auf die gute Zusage zu vertrauen, wie sie auch die Bibel vermittelt in ihren Geschichten: „Ich, dein Gott, bin an deiner Seite, wohin du auch gehst!“
Ich muss wieder an die kugelsicheren Schulranzen der Amerikanerkinder denken. Diesen Schutz kann ich unseren Kindern mit meinem Weihwasser leider nicht mitgeben. Kein Kind auf der ganzen Welt sollte mit einem kugelsicheren Schulranzen in die Schule gehen müssen. Wir können unsere Kinder ohnehin nicht vor allen Gefahren dieses Lebens bewahren, aber ein Grundvertrauen und die Hoffnung mitgeben, dass das Leben gelingen kann.