Landratsamt für einige Jahre Baustelle

von Redaktion

Dreieinhalb Jahre Bauzeit und Gesamtkosten von rund 2,5 Millionen Euro. Damit rechnet der Landkreis für die Sanierung des siebengeschossigen Hauptgebäudes der Landkreisverwaltung in Rosenheim, für die der Kreisausschuss jetzt einstimmig grünes Licht gab.

Rosenheim – 560 Mitarbeiter sind am zentralen Standort des Landratsamtes in der Wittelsbacherstraße in Rosenheim beschäftigt, circa 330 davon nach Auskunft der Verwaltung im bereits 1967 errichteten Haupthaus. Jetzt sollen unter anderem die Büros in dem Gebäude modernisiert werden, die sich noch im ursprünglichen Zustand befinden.

Barrierefreiheit gewährleisten

Barrierefreiheit zu gewährleisten, ist für die Planer dabei ebenso eine Vorgabe wie beispielsweise der Ersatz der vorhandenen Beleuchtungskörper durch energiesparende LED-Lampen. Soweit dies bautechnisch möglich ist, sollen Doppelbüros entstehen, um eine optimale Ausnutzung der Räumlichkeiten zu gewährleisten.

Dank des Votums des Kreisausschusses kann die Verwaltung jetzt beginnen, die erforderlichen Architekten- und Ingenieurverträge abzuschließen sowie die Baumaßnahmen auszuschreiben. Umgesetzt werden soll die Sanierung stockwerkweise. „Je Geschoss planen wir mit einer Bauzeit von etwa sechs Monaten“, erläuterte Gerhard Kippes, Leiter der Abteilung Hoch- und Tiefbau im Landratsamt, dem Gremium. Er rechnet damit, dass sich die Kosten auf etwa 600000 bis 650000 Euro pro Stockwerk belaufen. „Zuschüsse bekommen wir dafür keine“, antwortete stellvertretender Landrat Josef Huber (CSU) auf eine entsprechende Frage aus dem Gremium.

Doch auch Erfreuliches konnte Huber den Kreisräten verkünden. Wegen der Baumaßnahmen müssen keine Mitarbeiter ausgelagert werden, es kommen somit auf den Landkreis keine zusätzlichen Mietkosten zu. „Wir können das so lösen, dass immer ein Stockwerk für die Bauarbeiter freigestellt werden kann“, versicherte Kippes dem Gremium.

Dr. Susanne Kustermann (Bündnis 90/Die Grünen) und Fraktionssprecher Dieter Kannengießer von den Parteiunabhängigen nutzten die Debatte, um ihre Verwunderung darüber zum Ausdruck zu bringen, dass das im Nachbargebäude untergebrachte Jugendamt jetzt ins Haupthaus ziehen soll. Ursprünglich war vorgesehen, dass die Abteilung nach der derzeit laufenden Erweiterung und Generalsanierung dieses Gebäudes künftig dort unter einem Dach vereint arbeiten soll. Bisher muss der Landkreis für diese Abteilung auch externe Räume anmieten. „Da auf das Amt viele neue Aufgaben hinzugekommen sind, ist im Nachbargebäude wegen der steigenden Mitarbeiterzahl zu wenig Platz.

Deshalb muss der Umzug ins Haupthaus erfolgen“, erläuterte Ulrich Sedlbauer, Geschäftsleiter des Landratsamtes, den Kreisräten die Änderung.

Kustermann und Kannengießer zeigten sich etwas irritiert, von dieser Entscheidung erst aus der Zeitung erfahren zu haben. Stellvertretender Landrat Josef Huber (CSU) sah darin keine Dramatik. „Es handelt sich doch nur um eine Umschichtung von Mitarbeiterbüros. Mehr ist das nicht.“

Mängel an der Außenfassade

Wenn die jetzt beschlossenen Maßnahmen abgeschlossen sind, wird das Hauptgebäude vermutlich dennoch eine Baustelle bleiben. Dann sollen die baulichen Mängel der Außenfassade behoben werden. „Sie kann die heutigen Ansprüche in Bezug auf Energieeffizienz, Wärme-, Kälte-, Sonne- und Schallschutz nicht mehr erfüllen“, heißt es in einer Stellungnahme der Verwaltung.

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