Rosenheim – Mehr als 2800 Buben und Mädchen in Stadt und Landkreis Rosenheim haben heute ihren ersten Schultag. Für die Eltern ist der neue Lebensabschnitt ihrer Kinder nicht nur mit viel Spannung und Freude verbunden, sondern auch mit hohen Kosten.
Verschiedene Formate und Ausführungen
Ein Schulranzen muss gekauft werden und dazu eine ganze Menge mehr: Feder- und Schlampermäppchen. Turnbeutel und Trinkflasche. Farbkasten, Malblöcke und Pinsel. Blei-, Bunt-, Filz- und Wachsmalstifte. Hefte in unterschiedlichen Formaten und Ausführungen sowie die dazugehörigen Schoner in einer Vielzahl von Farben – die Liste nimmt fast kein Ende, und eine Schultüte darf auch nicht fehlen.
Im Durchschnitt gibt eine Familie 238 Euro für die Ausstattung eines Erstklässlers aus, hat die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) 2013 ermittelt. Eine neuere Untersuchung dazu gibt es nicht, aber es dürfte nicht weniger geworden sein.
Mit der Plastiktüte zum ersten Schultag
Für Eltern mit geringem Einkommen sind derartige Ausgaben ein großes Problem. Wenn eh schon jeder Euro zweimal umgedreht werden muss, dann sprengt eine Einschulung das Haushaltsbudget bei Weitem. So kommt es immer wieder vor, dass Kinder an ihrem ersten Schultag nicht mit einem Tornister, sondern mit einer Plastiktüte oder einem Stoffbeutel vor der Schule stehen.
Damit genau das nicht eintritt, unterstützt die „Aktion Aufwind“ der Sparkassenstiftungen Zukunft für Stadt und Landkreis Rosenheim sozial benachteiligte Familien. Bereits zum sechsten Mal wurden heuer nagelneue Schulranzen inklusive gefülltem Federmäppchen, Turnbeutel und Brotzeitbox an bedürftige Familien verschenkt. „In diesem Jahr haben wir 50 solche Sets zur Verfügung gestellt“, bilanziert Andrea Janshen, die das Projekt bei den Sparkassenstiftungen leitet.
Um die Familien zu finden, die dringend auf eine solche Spende angewiesen sind, arbeiten die Stiftungen mit den Tafeln in der Region und der „Rosenheimer Aktion für das Leben“ zusammen. Diese wissen, in welcher Familie ein Kind vor der Einschulung steht. „Auf einem Wunschzettel können sich die Kinder ihren Schulranzen aussuchen. Wir besorgen die Sets dann über die Firma Bensegger, die auch einen Teil der Ranzen sponsert“, sagt Andrea Janshen. Die zweifache Mutter weiß, wie bedeutsam der Schulstart für ein Kind ist und bezeichnet die Schulranzen-Aktion daher als ihr „Lieblingsprojekt“.
Weitere Unterstützung bietet die „Rosenheimer Aktion für das Leben“. Die gemeinnützige Organisation hilft Familien in Notsituationen und dazu gehört auch, Schulsachen zur Verfügung zu stellen. „Wir geben zum Beispiel gebrauchte Schulranzen an bedürftige Familien weiter“, berichtet Geschäftsführerin Brigitte Plank.
Wer also zu Hause im Keller einen gut erhaltenen Schulranzen hat, kann sich beim Verein melden. Entweder per E-Mail an aktion@ lra-rosenheim.de oder telefonisch unter 08031/3922243.