Tatkräftige Unterstützung im Notfall

von Redaktion

Neue Dorfhelferinnen schließen ihre Ausbildung ab

Bad Aibling – Große Wertschätzung erfuhren die frischgebackenen Absolventinnen der Dorfhelferinnenausbildung aus dem Rosenheimer Landkreis bei einem Treffen in der Geschäftsstelle des Maschinenringes (MR) Aibling-Miesbach-München. Vroni Weber, Magdalena Wallner, Johanna Mayer und Monika Schaberl waren die besten vier der bayernweit insgesamt zwölf Absolventinnen der Dorfhelferinnenschule in Pfaffenhofen an der Ilm. Das bedeutet, ein Drittel kam aus dem Landkreis Rosenheim.

Emotionaler Ausnahmezustand

Die jungen Frauen besuchten diese Schule im Anschluss an ihre hauswirtschaftliche Ausbildung. Es werden die nötigen Fähigkeiten vermittelt, um in einer Familie Aufgaben in Haushalt, Erziehung und Pflege vorübergehend zu übernehmen, wenn die Mutter aufgrund einer Entbindung, wegen Krankheit oder schlimmstenfalls Tod ausfällt. Da sich diese Familien oft in einem emotionalen Ausnahmezustand befinden, ist die Arbeit der Dorfhelferinnen vor allem mit Kindern aller Altersstufen sehr herausfordernd.

Die jungen Frauen sind sich jedoch einig, dass ihr Beruf zu den schönsten gehört, denn man könne unmittelbar helfen und sehen, dass man etwas bewirken könne. Die meisten hatten selbst als Kinder positive Erfahrungen mit der Hilfe einer Dorfhelferin in der eigenen Familie gesammelt.

Landtagsabgeordneter Otto Lederer (CSU) war zur Ehrung der neuen Dorfhelferinnen ebenso gekommen wie Vertreter des Rosenheimer Maschinenringes mit Geschäftsführer Florian Hötzelsperger, den Vorsitzenden Franz Blinninger und Anton Braun sowie Martin Oswald, Zweiter Bürgermeister der Gemeinde Feldkirchen-Westerham. Lederer betonte, dass es bei einer solchen Tätigkeit immens wichtig sei, umfassend ausgebildet zu sein, um nicht selbst einmal auszubrennen. Die psychologischen Herausforderungen würden ständig ansteigen und auch die technische Entwicklung in der Landwirtschaft erfordere vielseitiges Können.

Laut Martin Weber, Vorsitzender des Maschinenrings Aibling, hat allein der Aiblinger Maschinenring als Drehscheibe für land- und hauswirtschaftliche Arbeitskräfte im Jahr 2018 für insgesamt fast 70000 Arbeitsstunden den Kontakt zwischen Helfer und Hilfebedürftigem hergestellt.

Etwa 44000 Stunden davon entfielen auf sogenannte „soziale Betriebshilfe“ wegen Entbindungen, Krankheit oder Todesfällen. Die übrigen 26000 Stunden wurden von Helfern geleistet, die Bautätigkeiten unterstützen oder durch Urlaubsvertretung landwirtschaftlichen Familien freie Tage ermöglichen. Diese „wirtschaftliche“ Betriebshilfe muss von den Betrieben selbst bezahlt werden.

Für soziale Betriebshilfe in Notsituationen kommen dagegen verschiedene Träger wie beispielsweise Krankenkassen auf. Die neuen Betriebshelferinnen werden alle auf selbstständiger Basis arbeiten. Martin Weber wies darauf hin, dass nicht nur ländliche, sondern auch städtische Familien unter bestimmten Umständen die Hilfe einer Dorfhelferin beanspruchen können. Die Tätigkeit sei auch deshalb sehr anspruchsvoll, da jeder Einsatzort wieder etwas Neues für die Helferinnen sei. Was Johanna Mayer letztlich bestätigen konnte: „Wir lernen nie aus!

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