16 Beamte werten Videomaterial aus

von Redaktion

Nach Vergewaltigung: Erhöhte Polizeipräsenz – Private Initiative „Sicherer Heimweg“ wird überrannt

Rosenheim – Das Entsetzen über die brutale Vergewaltigung einer 21-Jährigen im Riedergarten ist groß. Gleichzeitig ermittelt die Kripo Rosenheim mit Hochdruck.

Dabei ist aktuell nicht nur die achtköpfige Ermittlungsgruppe „Park“ im Einsatz, die unter anderem mit einem Personenspürhund am Tatort war. Weitere 16 Beamte sichten zusätzlich und auf freiwilliger Basis Videomaterial und werten es auf Spuren und Hinweise aus. „Ich bin sehr stolz auf das Engagement meiner Leute“, betont dazu Polizeipräsident Robert Kopp.

Das Thema Sicherheit lässt das Polizeipräsidium ebenfalls nicht außer Acht: So wurde die Präsenz von Einsatzkräften in der Innenstadt nochmals erhöht. Überdies ist berittene Polizei im Einsatz, um zusätzlich für Sicherheit zu besonders frequentierten Zeiten im Riedergarten zu sorgen, so Kopp.

Aufgrund der bislang erlangten Erkenntnisse aus den Ermittlungen der „EG Park“ ergänzt die Polizei die Beschreibung des Täters wie folgt: circa 25 bis 30 Jahre alt, unter 170 Zentimeter groß, dünne Statur, braune Augen, südländische Erscheinung; sowie mittellange (ohrläppchenlange), glatte und dunkle Haare, die zur Tatzeit fettig oder nass waren; unrasiert (Dreitagebart).

Täter roch nach
Urin und Nikotin

Die Bekleidung des Mannes: helle Schuhe, Bluejeans, dunkles T-Shirt oder Pulli. Dickere Jacke: hüftlang, auffällig knallig hellrot; am Rücken weißer Querbalken, der nicht über die gesamte Breite verlief. Zudem erinnert sich das Opfer: Der Täter roch intensiv nach Urin und Nikotin.

Tatzeitraum der brutalen Vergewaltigung war in der Nacht auf Sonntag gegen 2.30 Uhr. In der Folge irrte die 21-Jährige unter Schock durch die Innenstadt. Dort wurde ein Passant auf die junge Frau aufmerksam, die auf einer Parkbank saß. Er brachte sie zur Polizei.

Die Ermittlungen der EG Park richten sich nun, neben dem Tatgeschehen, auch auf das Vor- und Nachtatverhalten des Mannes. Für die Polizei ist deshalb von Bedeutung: Wer hat in der Nacht auf Sonntag zwischen 2.30 und 5.30 Uhr in der Innenstadt, insbesondere im Riedergarten und Umgebung, verdächtige Wahrnehmungen gemacht?

Das Opfer war zur Tatzeit mit einem grünen, geblümten Dirndlkleid und schwarzer Jacke bekleidet. Die Frau hat blonde, schulterlange Haare. Die Polizei bittet auch diesbezüglich um Hinweise: Wer hat das Opfer vor oder nach der Tat gesehen? Hinweise an die Polizei Rosenheim unter Telefon 08031/2000 oder an jede andere Polizeidienststelle.

Den Aspekt Sicherheit auf dem Heimweg vom Feiern hat Christopher Preisinger, 26, aus Rosenheim aufgegriffen – bereits vor einigen Wochen. Seine Idee: eine WhatsApp-Gruppe „Sicherer Heimweg Rosenheim“.

Dümpelte die Initiative anfangs lediglich vor sich hin, wird Preisinger seit der schrecklichen Tat nun geradezu überrannt, kann sich kaum retten vor Anfragen. Wie funktioniert‘s? Die Frauen können dem 26-Jährigen ihre Handynummer schicken, er gibt sie in die WhatsApp-Gruppe ein – und darin kann dann der gemeinsame Heimweg abgestimmt werden. „Die Nachfrage ist riesig“, sagt Preisinger und verspricht gleichzeitig, wenn nötig Nachtschichten einzulegen, um alle Nummern schnellstmöglich einzufügen. Dabei überlässt er im Übrigen nichts dem Zufall, sondern überprüft jede Nummer im Einzelfall, ob sie auch wirklich der Person zugeordnet ist.Rosi Gantner

Artikel 9 von 11