Führen 50 Gigabyte zu Sex-Täter?

von Redaktion

Im Zusammenhang mit der Vergewaltigung einer 21-jährigen Frau aus dem Landkreis in der Nacht zum vergangenen Sonntag in Rosenheim (wir berichteten) stand ein größerer Polizeieinsatz am Freitag auf dem Herbstfestgelände. Rund 200 Personen wurden überprüft.

Rosenheim – Etwa 40 Hinweise sind nach Bekanntwerden des Verbrechens nach Auskunft von Pressesprecher Alexander Huber vom Polizeipräsidium Oberbayern Süd bei den Fahndern eingegangen. Sie alle werden von der Ermittlungsgruppe „Park“ akribisch und mit Hochdruck abgearbeitet. Einer davon war für die Polizei Anlass genug, um am Freitagvormittag mit circa 45 Beamten auf der Loretowiese aufzutauchen.

Identität von

rund 200

Personen überprüft

Die Polizisten hielten bei der Aktion die Identität aller Betreiber von Fahrgeschäften und Imbissbuden sowie der sonstigen Schausteller und Gewerbetreibenden fest, die derzeit auf der Wiesn vertreten sind. Auch deren Angestellte wurden ausnahmslos in die Überprüfung miteinbezogen. Die Ermittler der Rosenheimer Kripo wurden dabei von Einsatzkräften der Polizeiinspektion Rosenheim und der Grenzpolizeiinspektion Raubling unterstützt. Bei der Personalienaufnahme wurden die Überprüften gleichzeitig gefragt, ob sie mit Wahrnehmungen weiterhelfen können, die möglicherweise zur Aufklärung des Verbrechens führen. „Alle betroffenen Personen verhielten sich kooperativ und zeigten Verständnis für die polizeilichen Ermittlungsmaßnahmen“, heißt es in einer Mitteilung des Präsidiums. Aus „ermittlungstaktischen Gründen“ nennt die Polizei derzeit keine Details zum Stand ihrer Erkenntnisse und lässt auch die Frage offen, ob es bereits eine heiße Spur gibt.

„Wir tun alles Menschenmögliche, um den Fall zu klären“, versichert Polizeisprecher Alexander Huber. Nicht nur die Beamten der Ermittlungsgruppe arbeiteten „fast rund um die Uhr“. Wie bereits berichtet, waren darüber hinaus zuletzt 16 Ermittler zusätzlich im Einsatz, um Videomaterial zu sichten, das zur Tataufklärung beitragen könnte.

„Bis jetzt ist ein Volumen von 50 Gigabyte angefallen, das ausgewertet werden muss. Allein aus dem Bereich des Bahnhofsumfeldes gibt es 25 Stunden Aufzeichnungen, die zu durchforsten sind“, so Huber. Darüber hinaus sei die Polizei bemüht, weiteres Videomaterial zu erhalten, das den Vergewaltiger zeigen könnte. Dies stamme beispielsweise von Überwachungskameras, die an Privathäusern in der Rosenheimer Innenstadt angebracht sind.

Um auf die Spur des Täters zu kommen, hoffen die Ermittler auf weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Da das Opfer nach dem Verbrechen im Riedergarten zunächst durch die Innenstadt geirrt war, ehe ein Passant auf die Notlage der jungen Frau aufmerksam wurde und die Polizei alarmierte, sucht die Ermittlungsgruppe insbesondere Personen, die am Sonntag in der Zeit zwischen 2.30 und 5.30 Uhr in der Rosenheimer Innenstadt unterwegs waren.

Verdächtige Beobachtungen melden

Von Interesse ist vor allem, wer im Riedergarten und dessen Umfeld verdächtige Beobachtungen gemacht hat, die im Zusammenhang mit der Vergewaltigung stehen könnten. Auch wer das Opfer möglicherweise vor oder nach der Tat gesehen hat, sollte sich bei der Polizei melden.

Die junge Frau war mit einem grünen, geblümten Dirndl und schwarzer Jacke bekleidet. Sie hat blonde, schulterlange Haare.

Der Täter ist etwa 25 bis 30 Jahre alt, unter 1,70 Meter groß, hat eine dünne Statur und braune Augen. Die Polizei spricht von einer „südländischen Erscheinung mit braunem Teint“. Der Mann hat mittellange, glatte, dunkle Haare, die zur Tatzeit nass oder fettig waren. Er trug einen Dreitagebart. Bekleidet war der Unbekannte mit hellen Schuhen, einer Bluejeans sowie einem dunklen T-Shirt oder Pulli.

Besondere Merkmale: Er trug eine hüftlange, dickere Jacke, die „auffällig knallig hellrot“ war und am Rücken einen weißen Querbalken oder Querstreifen aufwies, der nicht über die gesamte Breite der Jacke verlief. Der Mann roch nach Angaben des Opfers intensiv nach Urin und Nikotin.

Wer den Beamten mit Hinweisen dienen kann, soll sich unter der Telefonnummer 08031/2000 bei der Polizeiinspektion Rosenheim melden.

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