Rosenheim – Sonne, Regen, Sonne – das Rosenheimer Herbstfest ist wetterfest. Das ist ein Fazit, das nach dem Ende der Wiesn durchaus gezogen werden kann. Wirtschaftlicher Verband, Wirte, Brauereien und Schausteller jedenfalls sind zufrieden mit dem Verlauf des diesjährigen Herbstfestes. Rund eine Million Besucher waren gekommen.
Hochsommerliche Temperaturen, gut gelaunte Gäste und ein gelungener Mix aus Fahrgeschäften, Imbissen und Spielbuden sorgten für einen schönen Wiesnauftakt. „Der Wettergott war uns, wie in den letzten Jahren auch, wieder hold. Besser geht’s fast nicht“, so Herbstfest-Projektleiter Klaus Hertreiter.
Dann bescherte der Wetterumschwung zum Ende der ersten Wiesnwoche hin massiv kühlere Temperaturen und teilweise Dauerregen. Doch – wie gewohnt – ließ sich das Rosenheimer Publikum die Stimmung dadurch nicht verderben. Allerdings musste der traditionelle Kirchenzug am Erntedank-Sonntag ausfallen und auch der Gottesdienst wurde wetterbedingt in der Nikolauskirche am Ludwigsplatz abgehalten. Der feierliche Festzug zur Wiesn konnte dann aber trockenen Fußes abgehalten werden.
Nachdem das Wetter in der zweiten Herbstfestwoche aber wieder sehr angenehm und spätsommerlich wurde, waren am Ende alle Beteiligten sehr zufrieden.
In der Auerbräu-Festhalle war der Auftakt bilderbuchmäßig, das Wetter optimal. Dass aufgrund des Wetterumschwungs viele Besucher im Biergarten ausblieben, war eine logische Konsequenz. Doch vor allem ab dem zweiten Familientag kamen zahlreiche Besucher und genossen sonnige, spätsommerliche Temperaturen und die einzigartige Wiesn-Atmosphäre. Für Auerbräu-Geschäftsführer Dirk Steinebach war es die erste Wiesn. Er schwärmt: „Mir hat es viel Spaß gemacht, die Stimmung war großartig, besonders auch untereinander im Team von Brauerei und Inngastro. Ich bin begeistert,“ Auerbräu-Festwirt Andi Schmidt freute sich ganz besonders, „dass die Herbstfest-Besucher so friedlich und lustig miteinander gefeiert haben und es spürbar weniger Vorfälle gab. Und das, obwohl so viele Menschen auf engem Raum ausgelassen feiern“.
Diese Entwicklung bestätigt auch Jochen Zepmeisel von der Festzeltleitung im Flötzinger-Zelt. Auch hier ist man sehr zufrieden mit dem Verlauf der Wiesn, ganz besonders natürlich mit den letzten Tagen, die „ein Traum waren“, so Zepmeisel. „Dass im Herbst immer ein paar Tage Regenwetter dabei sind, ist für diese Jahreszeit einfach normal, und natürlich spielt das eine Rolle. Trotzdem ziehen wir eine absolut positive Bilanz“, da sind sich Flötzinger-Zeltleitung und die Wirtsfamilie Kirner einig. „An den starken Regentagen hat bei uns im Zelt die Heizung für zusätzliche Gemütlichkeit gesorgt. Die Besucher haben uns auch an diesen Wiesntagen zahlreich besucht“, freut sich Elisabeth Kirner.
Sehr positiv sieht es auch Vincent Wollinger vom Proseccostadl: „Bei uns war es friedlich, es gab keine größeren Vorkommnisse, wir sind sehr zufrieden“, resümiert er. Dem schloss sich auch der BRK-Gruppenleiter Thomas Bullinger an. „Es war eine richtig schöne, ruhige Veranstaltung. Von den insgesamt rund 600 Hilfeleistungen waren die allermeisten recht glimpflicher Natur: von Wasserblasen über Insektenstiche bis hin zu Kreislaufbeschwerden. Und neben den gesundheitlichen Hilfeleistungen haben wir auch ausgeholfen, wenn Knöpfe abgerissen oder das Dirndl aufgeplatzt ist. Für solche Fälle haben wir immer ein paar Sicherheitsnadeln oder Nadel und Faden parat“, plauderte Thomas Bullinger aus dem „Nähkästchen“.
Hanni Haas vom Süßen Paradies brachte es nochmals auf den Punkt: „Die Rosenheimer sind da, egal ob es schön warm oder regnerisch kühl ist. Die Menschen hier verstehen einfach, dass der Regen auch ein Segen ist und lassen sich deshalb vom Feiern und Genießen nicht abbringen“, so die Schaustellerin. Kurz und knackig formuliert dies auch Ewald Schneider vom Freifallturm Hangover: „Rosenheim ist wie immer ein toller Platz, einfach ein gutes Pflaster“.
Bewerbungsphase für Herbstfest 2020 läuft
Und auch der Schaustellerbetrieb Bügler mit dem 9D-Kino war angetan: „Wir waren zum ersten Mal hier und sind begeistert. Die Menschen sind gut drauf und feiern ausgelassen. Wir sind sehr happy und zufrieden mit dem Verlauf des Herbstfestes.“ Das bestätigte auch Frank Oberschelp, der mit seinem brandneuen Karussell Mr. Gravity die Herbstfestbesucher begeisterte.
Während sich jetzt alle auf den Herbst und die kühlere Jahreszeit einstellen, heißt es beim Veranstalter des Herbstfestes bereits, die nächste Wiesn 2020 zusammenzustellen. „Die Bewerbungsphase für das Herbstfest 2020 läuft und der Herbstfest-Ausschuss sitzt noch in diesem Quartal über der Auswahl fürs nächste Jahr“, so Hermann Tomczyk, Vorsitzender des Herbstfest-Ausschusses im Wirtschaftlichen Verband.