Rosenheim – Im Dauereinsatz war in der Nacht zum Samstag die Rosenheimer Polizei. In der Anton-Kathrein-Straße eskalierte ein Streit zwischen mehreren Personen, wobei ein 19-jähriger Rosenheimer versucht haben soll, mit dem Hammer auf einen 22-jährigen Rosenheimer einzuschlagen. Im Ortsteil Endorfer Au attackierten Jugendliche gleich mehrere Beamte.
Gegen 6.30 Uhr hatten Anwohner in der Anton-Kathrein-Straße die Polizei verständigt. Der Grund: Mehrere Personen sollen auf der Straße in Streit geraten sein. Im Zuge der Auseinandersetzung seien auch mehrere dort geparkte Autos beschädigt worden, hieß es weiter. Vor Ort konnte die Polizei eine größere Personengruppe und mehrere beschädigte Fahrzeuge feststellen. Wie ermittelt werden konnte, waren ein 22-Jähriger und eine 21-Jährige, beide aus Rosenheim, in Streit geraten. Der Grund hierfür war, dass beide vor einiger Zeit ihre gemeinsame Beziehung beendet hatten und es nun erneut zu Diskussionen darüber kam, heißt es im Polizeibericht. Diesen Disput bekam nun wiederum der 19-jährige Bruder der Rosenheimerin mit und mischte sich ein. Im Zuge dessen soll der 19-Jährige versucht haben, mit einem Hammer auf den 22-Jährigen einzuschlagen. Doch der Schlag verfehlte sein Ziel offenbar und der Mann stolperte. „Während er strauchelte und auf den Boden fiel, traf der Hammer wohl eher versehentlich die Füße des 22-Jährigen, der dadurch nun ebenfalls stürzte. Da beide nun am Boden lagen, schlug der 19-Jährige noch mit den Füßen in das Gesicht seines Kontrahenten“, so die Polizei.
Der 19-jährige Rosenheimer zeigte kurz nach dieser Tat sein Aggressionspotenzial. Er beschädigte sechs am Fahrbahnrand geparkte Fahrzeuge, indem er mit den Händen und Füßen die Außenspiegel abschlug und gegen Türen, Kotflügel, Motorhauben und Kofferraumdeckel schlug. Insgesamt dürfte ein Sachschaden von rund 10000 Euro entstanden sein.
Sachschaden von
rund 10000 Euro
Die Polizei ermittelt nun, wie es zu der Körperverletzung kam und vor allem, warum der Heranwachsende einen Hammer mit sich führte beziehungsweise woher er das Werkzeug hatte. Ein Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung wurde eingeleitet. Ein Atemalkoholtest ergab keine nennenswerte Alkoholisierung.
Zeugen und weitere Eigentümer von beschädigten Fahrzeugen werden gebeten, sich mit der Polizei Rosenheim unter der Telefonnummer 08031/200-2200 in Verbindung zu setzen.
Bereits gegen 0.30 Uhr war es im Rosenheimer Ortsteil Endorfer Au zu einem Zwischenfall gekommen. Vorausgegangen war ein Streit unter mehreren Personen. Die Gruppe bestand aus zwei 16-Jährigen aus dem Landkreis Rosenheim, einem 20-Jährigen und 21-Jährigen aus Rosenheim sowie einer 17-Jährigen aus einer Gemeinde Nahe des Chiemsees.
Anwohner hatten sich über eine Menschengruppe auf der Straße beschwert, die ein lautes Streitgespräch führten und offenbar kurz davor waren, handgreiflich zu werden. Die Polizei stellte vor Ort fest, dass es tatsächlich zu körperlichen Attacken zwischen den betreffenden Personen gekommen war. Ein 16-Jähriger erkannte die Polizei und wollte davonlaufen. Die Beamten hielten den Jugendlichen fest, um ihn an der Flucht zu hindern. Ohne jegliche Vorwarnung schlug der Jugendliche mit der Faust in den Brustbereich des Beamten und beleidigte die Einsatzkräfte wüst. Die Streife konnte den Randalierer von weiteren Angriffen nur mit Mühe abhalten, fixierte den jungen Mann und legte ihm Handschellen an.
Mit der Faust an
die Brust geschlagen
Plötzlich fingen nun die beiden Rosenheimer an, die Beamten zu attackieren. Beide griffen in die Schutzwesten der Beamten, zogen sie an den Armen und schubsten die Einsatzkräfte, um den 16-Jährigen aus dem Gewahrsam der Beamten zu befreien. Auch die 17-Jährige und der andere 16-Jährige mischten sich in der Folge ein, versuchten, den Festgenommenen zu befreien, und gingen weiter auf die Beamten los. Nur durch Hinzuziehung von mehreren Streifenwagenbesatzungen konnten weitere Übergriffe auf die Beamten verhindert und unterbunden werden.
Alle Beteiligten wurden zur Dienststelle gebracht. Im Nachgang konnte nicht geklärt werden, warum die Gruppe zunächst untereinander in Streit geraten war, sich ihre Aggression später aber gegen die Beamten wendete. Gegen die fünf Personen wurde ein Strafverfahren wegen Tätlichen Angriffs auf Polizeibeamte, versuchte Gefangenenbefreiung und Beleidigung eingeleitet. Keiner der Einsatzkräfte wurde verletzt.
Der Vorfall wurde nach derzeitigem Ermittlungsstand durch Handys der Jugendlichen aufgenommen. Zu Beweiszwecken erfolgte die Sicherstellung aller Handys, auch die Bodycam der Polizeibeamten wurde zur Dokumentation eingesetzt.