Eine Straße voller Schmankerl

von Redaktion

Aktion des Bauernmarkts am Ludwigsplatz in Rosenheim

Frisch gekrönt: Honigkönigin Katharina Gegg (rechts) und Honigprinzessin Alexandra Krumbachner aus Traunstein. Foto LVBI/VBB

Rosenheim – Zahlreiche Spezialitäten aus der Region und Tiere zum Anschauen und Anfassen locken auch in diesem Jahr zu einem Besuch auf der Rosenheimer Schmankerlstraße. Am kommenden Freitag, 20. September, präsentiert sich die heimische Landwirtschaft zusammen mit verschiedenen Verbänden, Innungen und Unternehmen. Der Bauernherbstmarkt ist von 10 bis 15 Uhr am Ludwigsplatz geöffnet.

Wie in jedem Jahr finden Besucher eine große Auswahl an Produkten aus der Region, darunter Fleisch-, Fisch-, Brot- und Bierspezialitäten. Auch Milcherzeugnisse sowie Honig, Obst, Säfte, Alkoholika und sogar Speiseeis aus heimischer Herstellung werden angeboten. Passend zum reichhaltigen Angebot lautet das Motto des Schmankerlmarkts in diesem Jahr „Heimat der Vielfalt“.

Hohe Qualität heimischer Produkte

Kreisobmann Josef Bodmaier ist der Stolz anzusehen, wenn er über die vielfältigen Erzeugnisse der heimischen Landwirte spricht. „Es ist großartig, was auf unseren Höfen alles hergestellt wird“, sagt Bodmaier im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. Bei der Schmankerlstraße könnten sich die Besucher von der hohen Qualität der Produkte überzeugen und im Gespräch mit den Anbietern auch mehr über die Herstellung erfahren.

„Unsere Landwirte produzieren nachhaltig, da liegt der Preis natürlich höher als bei Billigprodukten im Supermarkt“, erläutert der Landwirt aus Tuntenhausen. In diesem Zusammenhang kommt er auch auf das Volksbegehren Artenvielfalt zu sprechen, das in diesem Sommer von Staatsregierung und Landtag angenommen wurde. Das Interesse der Bürger für die heimische Natur sei gut und schön, so Bodmaier, aber es müsse sich eben auch im Einkaufsverhalten niederschlagen.

„Wir wünschen uns sehr, dass die Menschen die Bedeutung der Landwirte für den Umweltschutz erkennen und verstärkt zu Produkten aus regionaler Herstellung greifen“, führt er aus. Die Vielfalt und Schönheit der heimischen Natur darzustellen, ist dementsprechend auch ein Ziel der Bäuerinnen für die Schmankerlstraße. Dazu bieten sie heuer erstmals Türkränze an, die sie mit Pflanzen von Wiesen, Feldern und Bergweiden geflochten haben. „Diese Aktion ist auf den Höfen sehr gut angekommen“, berichtet Kreisbäuerin Katharina Kern aus Oberaudorf.

Rund 500 Kinder zum Besuch angemeldet

Sie und ihre Kolleginnen seien „in den Startlöchern“ und würden sich sehr darauf freuen, die farbenfrohen Kränze am Ludwigsplatz in Rosenheim zu präsentieren. „Wir hoffen, dass sie gut bei den Leuten ankommen und wir keine wieder mit nach Hause nehmen müssen“, so Kern.

Als besondere Zielgruppe hat der Bauernverband Kindergarten- und Grundschulkinder im Auge. „Es ist wichtig, dass sie einen Einblick in die Landwirtschaft bekommen und verstehen, was wir tun“, betont Kreisobmann Josef Bodmaier. Etwa 500 Kinder werden mit ihrer Kindergartengruppe oder Schulklasse die Schmankerlstraße besuchen. Dabei begegnen sie auch Rosenheims leistungsstärkster Kuh „Rosi“. Die ist aus Plastik und kann von den Kindern „gemolken“ werden. Außerdem können sie sich selbst Müsli herstellen und probieren. Auch Weidetiere sind mit dabei, über die die Landwirte viel zu erzählen haben.

„Wir möchten die Schmankerlstraße vor allem für einen intensiven Austausch mit den Besuchern nutzen“, fasst Kern zusammen. Das Volksbegehren zur Artenvielfalt habe viele Landwirte verärgert, weil sie damit aus ihrer Sicht zu „Sündenböcken“ gemacht worden seien.

„Unsere Katerstimmung ist noch nicht ganz verflogen“, pflichtet Bodmaier bei. Umso wichtiger sei es, auf die Leistungen der Bauern und ihre Beiträge für den Naturschutz aufmerksam zu machen. „Wir hoffen, dass sich das Engagement der Bürger über das Unterschreiben von Listen hinaus fortsetzt.“

Produktköniginnen aus Bayern zu Gast

Es gibt immer noch eine Vielzahl von Hoheiten im Freistaat. Sie repräsentieren zwar nicht das Land – aber zumindest einen Teil davon, genauer gesagt eine bestimmte Produktgruppe, eine Marke oder eine Region. Produktköniginnen werben zum Beispiel für Wein, Bier, Zuckerrüben, Spargel oder Äpfel. Auf der Rosenheimer Schmankerlstraße werden vier von ihnen erwartet: die neue Bayerische Honigkönigin Katharina Gegg, die Bayerische Wollkönigin Franziska Lechner, die Bayerische Milchkönigin Beatrice Scheitz und die Bad Feilnbacher Apfelkönigin Johanna Seebacher. Die Idee mit den Produktköniginnen stammt ursprünglich aus den USA, wo sie seit Beginn des 20. Jahrhunderts landwirtschaftliche Erzeuger vertreten. In Deutschland fing es nach dem Zweiten Weltkrieg mit der Pfälzer Weinkönigin an. Und weil das so erfolgreich war, wurden immer mehr Königinnen gekrönt, später kamen auch Prinzessinnen hinzu. Im Gegensatz zur Politik im wahren Leben ist die Herrschaft über deutsche Produkte fest in Frauenhand. „Mit Frauen kann man besser Werbung machen“, heißt es dazu etwa von der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse.

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