2025: Ausbringen von Gülle vor Reform

von Redaktion

Wirtschaftsdünger auf den Wiesen dann meist nur noch „bodennah“ erlaubt

Götting/Eiselfing/Samerberg – Was Gülleausbringung angeht, wird das Jahr 2025 sehr bedeutend für die Landwirte, auch hier in der Region. Nach derzeitigem Stand wird dann die Verteilung des Wirtschaftsdüngers auf den Wiesen in den meisten Fällen nur noch „bodennah“ erlaubt sein. Offen ist jedoch, ob die derzeit am Markt verfügbaren technischen Lösungen auf den unterschiedlichen Geländebedingungen im Landkreis auch funktionieren.

Praxisversuche

auf drei Betrieben

Michael Höhensteiger und Dominik Ellmayr vom Maschinenring (MR) Aibling-Miesbach-München führten deshalb auf drei Betrieben einen Praxisversuch durch, bei dem verschiedene Möglichkeiten zur Gülleausbringung parallel getestet wurden. Unterstützt wurden sie vom Landwirtschaftsamt Rosenheim, der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL), den Lohnunternehmern Kastl, Kötterl und Pertl und dem Maschinenring Rosenheim.

Neben dem Breitverteiler, der die Gülle in großen Tropfen mit einem Schwenkarm flächig verteilt, kamen zwei bodennahe Verfahren zum Einsatz: ein Güllefass mit Schleppschuhen und ein Schlitzgerät. Beim Schleppschuh wird die Gülle in Streifen auf der Bodenoberfläche abgelegt, ein Schlitzgerät schneidet die Grasnarbe in Bahnen einige Zentimeter tief auf und legt die Gülle direkt in der Erde ab.

Der erste Testbetrieb, der Milchviehbetrieb Gruber in Oberstaudhausen bei Götting, lässt seine Gülle bereits seit einigen Jahren mit Schlitztechnik ausbringen. Auf den ebenen Flächen funktioniert das gut. Auch die Grasnarbe ist trotz der Bearbeitung mit Schlitzwerkzeugen sehr dicht. Da die Gülle direkt in die Erde gelangt, entwickelt sich wenig Geruch und das Zeitfenster für die Ausbringung ist relativ groß. Auf dem Betrieb Herzog in Freiham bei Eiselfing gibt es neben Kühen auch eine Biogasanlage, sodass Gülleteilmengen mit unterschiedlichen Eigenschaften anfallen. Je dickflüssiger und wärmer der Wirtschaftsdünger ist, desto mehr Vorteile bietet die Schlitztechnik gegenüber dem Schleppschuh, da die Gülle bei Letzterem oberirdisch festtrocknen kann. Die Nährstoffe kommen dann nicht bei den Pflanzen an, sondern bleiben obenauf liegen. Hohe Jahresniederschlagsmengen von 1500 Millimetern machen das Arbeiten auf den hängigen Flächen des Testbetriebs Griebl am Samerberg schwierig. Hier war das hohe Gewicht der großen Fässer mit den bodennahen Techniken beim Praxisversuch ein Nachteil, es gab Narbenschäden. Laut Griebl ist das Zeitfenster zum Befahren der Flächen meist kurz. Er schwört deshalb auf sein kleines, wendiges Güllefass mit Breitverteiler, denn es sei wichtig, mit eigener Technik kurzfristig einsatzfähig zu sein. Die hohen Anschaffungskosten für ein Fass mit bodennaher Verteiltechnik sind von keinem Betrieb allein zu stemmen. Der Maschinenring Aibling möchte die Landwirte in der Region deshalb unterstützen, Gemeinschaften zu gründen oder die Zusammenarbeit mit einem Lohnunternehmer zu planen, sodass in den verbleibenden Jahren Lösungen gefunden werden können. Infos beim Maschinenring unter Telefon 08062/7289418.

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