Sex-Täter: Führt eine Spur zum Herbstfest?

von Redaktion

Ermittlungen zur Vergewaltigung im Riedergarten laufen weiter auf Hochtouren – Spürhund hat angeschlagen

Rosenheim – Tatort der schrecklichen Vergewaltigung: der Riedergarten. Dort war eine 21-Jährige aus dem Landkreis Rosenheim in der Nacht auf den 8. September brutal missbraucht worden. Doch führen Spuren womöglich zum Herbstfest Rosenheim?

Wie die OVB-Heimatzeitungen aus gut informierten Kreisen erfahren haben, hat bei der Spurensicherung am Tatort offenbar der Spürhund angeschlagen – und eine heiße Fährte aufgenommen. Womöglich die des Täters. Und diese wiederum führte vom Riedergarten quer durch die Innenstadt zum Herbstfest-Gelände.

Das Festgelände war auch vergangenen Freitag Ziel der Ermittler: In einer groß angelegten Polizeiaktion mussten sämtliche Herbstfest-Mitarbeiter, an die 200 Personen, von der Bedienung bis zum Schausteller-Helfer, zum Rapport in der Inntalhalle erscheinen. Allesamt bestückt mit Ausweisdokumenten. Den ganzen Vormittag über nahmen rund 45 Beamte deren Daten auf, überprüften die Identitäten. Und klopften ab, ob jemand nicht doch verdächtige Wahrnehmungen gemacht hatte oder Hinweise zur Tatnacht beisteuern konnte.

Hinweise und

Spuren abarbeiten

Jetzt heißt es für die achtköpfige Ermittlungsgruppe „Park“, die eigens zur Aufklärung der brutalen Vergewaltigung von der Kripo Rosenheim ins Leben gerufen wurde: weiter Hinweis für Hinweis abarbeiten. Insgesamt etwa 40 Stück. „Das nimmt natürlich Zeit in Anspruch, wahnsinnig viel Zeit“, betont dazu Polizeisprecher Martin Emig.

Doch damit nicht genug: Hinzu kommen die Spuren, die durch die Spurensicherung gesichert wurden, und die neben den Hinweisen aus der Bevölkerung ein weiteres zentrales Thema für die Ermittler sind. Und: das Datenmaterial aus den Überwachungskameras. Mit einem Volumen von immerhin 50 Gigabyte. Von Kameras aus der Innenstadt, vom Bahnhof, von Privathäusern. „Diese Datenmenge ist riesig, und auch das nimmt sehr viel Zeit in Anspruch“, erklärt Emig. Hier hatten 16 weitere Beamte Schulterschluss mit der Ermittlungsgruppe gezeigt und sich bei der Sichtung eingebracht.

Wann gibt es

ein Phantombild?

In Hinblick auf die Fahndung nach dem Täter, ein südländischer Typ, 25 bis 30 Jahre alt, unter 1,70 Meter groß, dünne Statur, mit glatten, dunklen Haaren und auffällig nach Nikotin und Urin riechend, stellt sich die Frage: Wie steht es um ein Phantombild? Das, erklärt Emig, sei Sache der Ermittlungsgruppe. Sie müsse entscheiden, wann sie mit einem Phantombild, das dann auch aussagekräftig sein müsse, an die Öffentlichkeit ginge. Und ein Beispiel-Bild der so auffälligen roten Jacke, hüftlang, am Rücken mit einem weißen Querbalken versehen? „Dazu gibt es offenbar kein Bild, sonst hätten es die Ermittler längst verbreitet“, meint Emig. Spuren auswerten, Hinweisen nachgehen, Befragungen – die Ermittlungen hinter den Toren des Polizeipräsidiums laufen auf Hochtouren. Gleichzeitig wollen sich die Beamten nicht zu tief in die Karten blicken lassen – aus ermittlungstaktischen Gründen, wie Emig unterstreicht. Und er bittet um Geduld: „Lassen wir die Ermittler jetzt erst einmal ihre Arbeit machen, damit sie Spuren auftun können, die hoffentlich zum Täter führen.“Rosi Gantner

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