Wasserburg – Dieses Krankenhaus-Projekt ist in seiner Dimension einzigartig in Bayern: Im Wasserburger Stadtteil Gabersee wird die somatische Romed-Klinik baulich an die psychiatrische Inn-Salzach-Klinik angegliedert. Von einem „Modellprojekt für ganz Deutschland“ ist die Rede. Im Beisein von Ministerpräsident Markus Söder und Gesundheitsministerin Melanie Huml fand die feierliche Grundsteinlegung für das Krankenhauszentrum statt.
Historischer
Moment
Ein historischer Moment hieß es von allen Beteiligten unisono beim Festakt. Bis mindestens 2025 dauern die Arbeiten, geschätzte 240 Millionen Euro werden insgesamt für beide Kliniken ausgegeben. In der Metall-Kartusche, die bei dem Festakt eingemauert wurde, befindet sich neben Münzen, Fotos und Broschüren der Klinik auch eine OVB-Zeitung. In den Reden mehrfach die Bedeutung der Zusammenlegung unterstrichen. Der Geschäftsführer des Inn-Salzach-Klinikum, Theodor Danzl, betonte, dass Synergie-Effekte geschaffen würden. „Rüsten wir uns aber auch für immer schwierigere Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen“, sagte Danzl. Jens Deerberg-Wittram, Chef der Romed-Klinik, erklärte, er sei sicher, dass „etwas Mustergültiges“ auf die Beine gestellt werde. Rund 100 Gäste waren bei der feierlichen Grundsteinlegung dabei, an der sich auch Bezirkstagspräsident Josef Mederer, der stellvertretende Landrat Josef Huber und der Wasserburger Bürgermeister Michael Kölbl beteiligten. Söder sprach von einem „bayerischen Mammutprojekt“ und wies in einem kurzen philosophischen Exkurs auf die Bedeutung des „Lebensorts Krankenhaus“ hin. „Es finden Dramen statt, es finden Hoffnungen statt, es gibt schwierige Momente, es gibt unglaubliches Glück.“
Seele und Körper
gut aufgehoben
Ein Krankenhaus sei mehr als „Steine und Technik“. Mit Blick auf das Wasserburger Projekt sagte Söder, er sei fasziniert von der Idee, „somatische und psychiatrische Dinge“ miteinander zu verbinden. Er zeigte sich überzeugt, dass Seele und Körper hier gut aufgehoben seien und lobte den „sensationellen Blick“ aufs Land: „Das muss doch zur Heilung beitragen.“ Angesichts der Größe des Vorhabens – der Freistaat unterstützt es mit 105 Millionen Euro – fügte Söder hinzu: „Da erblassen die Münchner vor Neid.“
Der erste Bauabschnitt, des Großprojektes – die vorbereitenden Maßnahmen –sind bereits abgeschlossen. Momentan wird am Gebäudeteil der Wasserbrurger Romed-Klinik, an der gemeinsamen Eingangshalle sowie am ersten Patienten-Pavillon des Inn-Salzach-Klinikums gebaut. Die Fertigstellung dieses Abschnitts ist für 2021 vorgesehen. Neben der Eingangshalle werden künftig auch zentrale Bereiche, wie zum Beispiel die Mitarbeiterkantine, die öffentliche Cafeteria, das Labor und die Notaufnahme von beiden Kliniken gemeinsam genutzt. In einer Mitteilung des Inn-Salzach-Klinikums heißt es: „Durch die bestehende Geländestruktur fügt sich der Neubau optimal in die Hanglage ein, so dass auch optisch der Charakter des Klinikums erhalten bleibt.“ Der Pavillonstil des Inn-Salzach-Klinikums werde im neuen Komplex übernommen, die Gebäude würden über drei Stockwerke verfügen, und von dort habe man einen freien Blick auf die Berge.
Menschen profitieren durch Neubau
Der Ministerpräsident setzte sich zudem für mehr Qualität der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum ein. Das Wasserburger Projekt nannte er beispielhaft: Die Menschen im Landkreis und darüber hinaus würden profitieren.