Bad Feilnbach – Da staunten die Beamten der Grenzpolizeiinspektion Raubling nicht schlecht: Als sie im Rahmen ihrer Streifentätigkeit auf der Autobahn A8 auf Höhe des Rastplatzes Eulenauer Filz einen Pkw mit deutscher Zulassung kontrollierten, stießen sie auf ein hochprofessionelles Versteck, das voll bepackt mit Drogen war. In den sogenannten Türschwellern im Einstiegsbereich von Fahrer- und Beifahrerseite war im Rahmen der Karosserie jede Menge Kokain versteckt. Insgesamt: 12,5 Kilogramm.
Der Fahrer, ein 28-jähriger albanischer Staatsangehöriger, befand sich in der Nacht auf vergangenen Samstag, wie die Polizei gestern bekannt gab, auf dem Weg in Richtung Österreich, als er gegen 3 Uhr ins Visier der Schleierfahnder der Grenzpolizei Raubling geriet.
Tatverdächtiger
sitzt in U-Haft
Näheres zu dem dringend Tatverdächtigen und seiner genauen Fahrtroute sind nach Angaben der Polizei derzeit noch Bestandteil der laufenden Ermittlungen.
Gegen den 28-Jährigen ordnete der zuständige Richter am Amtsgericht Rosenheim Untersuchungshaft an. Ihm wird die Einfuhr von Betäubungsmitteln in nicht geringer Menge zu Handelszwecken zur Last gelegt.
Die weiteren Ermittlungen übernahm die Gemeinsame Ermittlungsgruppe Rauschgift Südbayern (GER Südbayern) des Bayerischen Landeskriminalamtes und des Zollfahndungsamtes München unter Sachleitung der Staatsanwaltschaft Traunstein.
Immer wieder gehen den Schleierfahndern im Raum Rosenheim spektakuläre Fänge ins Netz. Im Februar stellten die Beamten im Wagen eines 52-jährigen Italieners auf Höhe Raubling zwölf Pakete mit insgesamt 13 Kilogramm Kokain sicher – versteckt unter der Rücksitzbank.
Dass Dealer, die Drogen in großen Mengen schmuggeln, nicht ungeschoren davonkommen, zeigte sich vergangenen Herbst am Landgericht Traunstein. Dort wurde ein 59-jähriger Rumäne zu neun Jahren Haft verurteilt. Schleierfahnder hatten ihn auf Höhe Bad Feilnbach kontrolliert – und waren fündig geworden. Der Rumäne hatte insgesamt elf Kilogramm Kokain in seinem Wagen versteckt – im doppelten Boden seines Kofferraums. Der Verkaufswert: etwa 900000 Euro.
Größter Fund:
865 Kilo Kokain
Auch zum größten Ermittlungserfolg in der Geschichte des Bayerischen Landeskriminalamtes (LKA) trugen Funde aus dem Kreis Rosenheim mit bei: Insgesamt 865 Kilogramm Kokain waren in den Wochen ab Ende September 2017 sichergestellt worden – allesamt in Bananenkisten, fein säuberlich unter den Bananen verborgen. Allein 180 Kilogramm wurden in Supermarkt-Filialen in Rosenheim, Riedering und Kiefersfelden entdeckt. Im Zuge der Ermittlungen wurden insgesamt zwölf Albaner festgenommen. Die Drogen stammten aus Ecuador. Der Marktwert: 400 Millionen Euro.