Mehrere Meningokokken-Infektionen im Nachbarlandkreis

von Redaktion

Nach vier Erkrankungen Impfaktion im Süden von Ebersberg – Unterstützung aus Rosenheim

Ebersberg/Rosenheim – Eine lebensbedrohliche Variante der Meningokokken tritt heuer verstärkt in Oberbayern auf. Sechs Fälle wurden bislang gezählt. Der Schwerpunkt liegt im Rosenheimer Nachbarlandkreis Ebersberg. Dort gab es in den vergangenen Wochen vier Fälle von Meningokokken C, drei davon mit schweren Krankheitsverläufen.

Die Krankheitserreger, die per Tröpfcheninfektion übertragen werden, können zu einer Hirnhautentzündung oder Blutvergiftung führen. Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) rät deshalb bayernweit, den Impfschutz von Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen zu überprüfen und gegebenenfalls nachzuholen.

Das Staatliche Gesundheitsamt Ebersberg bietet im Süden des Landkreises, wo die Infektionen bislang aufgetreten sind, eine unentgeltliche Impfaktion für alle 15- bis 24-Jährigen an. Zielgruppe sind alle Personen im Alter von 15 bis 24 Jahren, die in Aßling, Baiern, Bruck, Ebersberg, Egmating, Emmering, Frauenneuharting, Glonn, Grafing, Kirchseeon, Moosach, Oberpframmern, Steinhöring und Hohenlinden gemeldet sind.

Auch das Staatliche Gesundheitsamt Rosenheim verfolgt die Entwicklung aufmerksam. „Wir unterstützen die Kollegen in Ebersberg und führen gemeinsam Impfungen durch“, wie Dr. Wolfgang Hierl, Leiter des Rosenheimer Gesundheitsamtes, erklärt. Krankheitsfälle gab es bislang weder in Stadt noch Landkreis Rosenheim. Darum gebe es bislang keine Notwendigkeit für eine solche Impfaktion auch im Landkreis Rosenheim, so Hierl. „Wer allerdings regelmäßig im südlichen Landkreis Ebersberg zu tun hat, weil er dort vielleicht arbeitet, dem wäre zu raten, sich impfen zu lassen“, so der Leiter des Gesundheitsamtes.

Allerdings: Die Krankenkassen übernehmen die Kosten für die Impfung nur bei Kindern und Jugendlichen vom zweiten bis zum 18. Lebensjahr. Alle anderen müssen die Impfung selbst zahlen, wie die Ständige Impfkommission, das zuständige Expertengremium, festgelegt hat. „Erfahrungsgemäß gibt es zwei Krankheitsgipfel“, sagt dazu Dr. Hierl. Die meisten Erkrankungen träten in der Altersgruppe der Ein- bis Zweijährigen auf sowie im Alter zwischen 15 und 19 Jahren.

Meningokokken-Erkrankungen können dem LGL zufolge innerhalb von Stunden lebensbedrohlich werden. Gefährdet sind laut Robert-Koch-Institut (RKI) vor allem Kleinkinder und Jugendliche. Symptome sind Beschwerden im Nasen-Rachen-Raum und zum Beispiel Fieber, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. Die Erreger werden von Mensch zu Mensch bei engem Kontakt übertragen. Klaus Kuhn

Impfquote unter dem Durchschnitt

Meningokokken kommen in zwölf Varianten vor. Gegen Meningokokken C empfiehlt das RKI eine Impfung für alle Kinder ab zwölf Monaten. Impfungen gegen andere Varianten werden nur für Risikogruppen empfohlen. Die Impfquote in Bayern ist laut LGL zwar gestiegen, liegt dem RKI zufolge aber noch unter dem Bundesdurchschnitt. Knapp jeder siebte Erstklässler im Freistaat ist den aktuellsten Untersuchungen zufolge nicht gegen Meningokokken C geimpft.

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