Prutting: Ein Kalb ist wieder da

von Redaktion

Zweites Tier weiterhin verschollen

Prutting – Von den beiden am Samstagabend in der Nähe von Prutting ausgebüxten Kälbern ist in der Zwischenzeit eines wieder aufgetaucht. Nach Angaben der Polizeiinspektion Rosenheim stand das Tier unvermittelt vor dem Hof. Vom zweiten Kalb gibt es nach wie vor keine Spur.

Grundsätzlich können Kälber in der freien Natur überleben, wenn sie nicht mehr ganz jung sind und sich nicht mehr ausschließlich von Milch ernähren, erläuterte Dr. Elke Rauch von der LMU München im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen. „Nach etwa zehn Wochen sind Kälber für gewöhnlich abgetränkt, dann nehmen sie nur noch feste Nahrung zu sich“, so die Expertin vom Lehrstuhl für Tierschutz, Verhaltenskunde, Tierhygiene und Tierhaltung. Beim derzeitigen Nahrungsangebot könnte das noch abgängige Kalb also ganz gut zurechtkommen, sagte Rauch.

Die Frage, warum die beiden Tiere ausgebüxt sein könnten, ist aus ihrer Sicht schwer zu beantworten. „Grundsätzlich sind Rinder Herdentiere. Vor allem, wenn die Kälber in einer Mutterkuhherde waren, wollen sie an sich nicht weg“, führte Rauch aus. Auf der anderen Seite seien gerade Tiere im jungen Alter auch sehr neugierig, was die Kälber motiviert haben könnte, sich außerhalb der Weide umzusehen. „Es ist aber auch möglich, dass sie durch etwas erschreckt wurden und deshalb abgehauen sind“, so die Veterinärmedizinerin.

Wie berichtet, hatten die beiden Tiere am vergangenen Samstag in den Abendstunden das Weite gesucht. Über zweieinhalb Stunden waren insgesamt drei Feuerwehren mit etwa 30 Mann, ortsansässige Landwirte und Jäger, sowie mehrere Streifen der Polizei im Einsatz, um die zwei entlaufenen Tiere wieder einzufangen. Nachdem die beiden Kälber aus ihrer Weide entwichen waren, trennten sich ihre Wege. Eines der Kälber begab sich in Richtung Hofstätter See und beschädigte auf seinem Weg einen Wagen nicht unerheblich, ehe es in einen nahegelegenen Wald flüchtete. Das zweite Kalb begab sich in Richtung Pruttinger Sportplatz und verschwand auch hier im Wald.

Da sich zu Einbruch der Dunkelheit dann jede Spur der Kälber verlor, wurden zur ohnehin schon im Einsatz befindlichen Feuerwehr Prutting noch die Feuerwehren Stephanskirchen und Vogtareuth mit ihren Wärmebildkameras nachalarmiert. Doch auch trotz modernster Technik konnten die Tiere nicht aufgefunden werden. Der Einsatz wurde nach knapp drei Stunden erfolglos beendet. Da noch ein Tier vermisst wird, bittet die Polizei Autofahrer um besondere Aufmerksamkeit. Anton Maier

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