Bernau – Leider ist Armani wohl kein Einzelfall. Seitdem die OVB-Heimatzeitungen vor eineinhalb Wochen berichtet hatten, dass der Bernauer Tierheim-Hund vergiftet worden war, häuften sich die Anrufe im Tierheim. Alle berichteten von ähnlichen Symptomen.
„Das war ein ganzer Schwung“, so Clarissa von Reinhardt, Vorsitzende des Tierheim-Betreibervereins „Häuser der Hoffnung“. Konkret wisse sie von drei weiteren Hunden, die in den vergangenen Wochen infolge von Vergiftungserscheinungen gestorben sein sollen. Dabei gehe es um zwei Hunde aus Prien und einen aus Rottau.
Bei der Polizei zur Anzeige gebracht wurden diese Fälle jedoch nicht. Auf Nachfrage bestätigt Alexander Huber von der Pressestelle des Polizeipräsidiums, dass lediglich eine Anzeige vorliegt, nämlich die aus der Gemeinde Bernau.
Zudem hätten auch Hundebesitzer angerufen, deren Tiere der Tierarzt retten konnte. Auch aus Achenmühle und der Gemeinde Samerberg hätten sich Betroffene im Tierheim gemeldet. Die Symptome seien dabei immer dieselben gewesen wie bei dem gestorbenen Hund Armani: Zahnfleischbluten und innere Blutungen. „Da kommt es darauf an, wie schnell man zum Tierarzt kommt, damit dieser mit einem sogenannten K1-Präparat rechtzeitig behandeln kann“, so von Reinhardt.
„Das muss jemand sein, der das organisiert macht“, vermutet sie. Denn auffällig sei, dass alle Vergiftungsfälle nach einer Gassirunde auf sehr bekannten und beliebten Hunde-Spazierstrecken auftraten. So etwa im Priener Eichental oder der sogenannten Bernauer Sportplatzrunde. „Das ist ganz klar jemand, der weiß, wo Hunde unterwegs sind“, so von Reinhardt.
Damit sich die Hundebesitzer – betroffene wie interessierte – austauschen können, hat das Bernauer Tierheim für den heutigen Mittwoch einen Infoabend organisiert. Dieser beginnt um 19 Uhr im Restaurant Sportiv im Bernauer Tenniszentrum. Dabei sollen die Vorfälle der vergangenen Wochen aufgegriffen und überlegt werden, wie sich Hundebesitzer sinnvoll verhalten können – jenseits aller Panikmache.
Wie berichtet, ist Tierheim-Hund Armani nachweislich vergiftet worden. Da das Tierheim eine Obduktion vornehmen ließ, steht auch fest, dass er kein handelsübliches Rattengift zu sich genommen hatte.
Nach dem gemeinsamen Spaziergang mit einem ehrenamtlichen Gassigeher hatten die Hunde Bella und Armani zunächst schlecht gefressen, dann Zahnfleischbluten bekommen. Da dies zeitgleich auftrat, wurde von Reinhardt skeptisch und holte den Tierarzt. Bella konnte er gerade noch retten. Doch für Armani kam wegen einer genetisch bedingten Gerinnungsstörung jede Hilfe zu spät.
Gewissheit durch
die Obduktion
Indem sie sich für den Schritt einer Obduktion entschied, bekam sie nun Gewissheit. Denn in Bernau war im Sommer bereits ein anderer Hund gestorben, nachdem er Symptome einer Vergiftung gezeigt hatte, und einige weitere Verdachtsfälle gab es. Zu diesen sind nun neue dazugekommen – aus einem räumlich größeren Umkreis.kad