Nach Rauswurf: DAV-Sektion äußert sich

von Redaktion

Aiblinger Hütte: Entrüstung nach Trennung von Hüttenwart – Erklärung des Vereins

Bad Aibling – Für große Entrüstung hat der Rauswurf des altgedienten Hüttenwarts der Aiblinger Hütte, Otto Bodner (78), durch die DAV-Sektion Bad Aibling gesorgt. Nach über 40 Jahren im Dienst, alles ehrenamtlich – und dann auch noch per Einschreiben, ohne ein persönliches Gespräch oder die Möglichkeit zur Stellungnahme.

Beschwerde

von Jugendleitern

Hintergrund war eine Beschwerde von Jugendleitern über den Hüttenwart Bodner nach einem Aufenthalt auf der Selbstversorgerhütte, gelegen zwischen Wendelstein und Breitenstein, gewesen.

Die DAV-Sektion Bad Aibling hielt sich bislang in dieser Sache zurück, verwies auf Vereinsinterna. Damit ist nun Schluss. Vorsitzende Sylvia Klimesch äußerte sich jetzt in einer ausführlichen Stellungnahme zur Trennung von dem langjährigen Hüttenwart – und sie unterstreicht, dass es sich bei der Beschwerde vom Sommer um keinen Einzelfall gehandelt habe: „In den vergangenen Jahren haben sich Gäste der Aiblinger Hütte mündlich wiederholt beim Hüttenreferenten und beim Vorstand des DAV Bad Aibling über den Hüttenwart beschwert.“ Diese Beschwerden seien Gegenstand einiger Gespräche in den letzten 15 Jahren zwischen dem Hüttenreferenten der Sektion und dem Betroffenen gewesen. Klimesch weiter: „Außerdem gab es vor rund vier Jahren ein Sechs-Augen-Gespräch zwischen dem Hüttenreferenten und der Vorsitzenden der Sektion einerseits sowie dem Hüttenwart andererseits. Alle Gespräche endeten ohne greifbare Ergebnisse.“

Die schriftliche Beschwerde einer Alpenvereins-Jugendgruppe an die Sektion Aibling am 1. Juni habe schließlich das Fass zum Überlaufen gebracht. Darin hätten mehrere Jugendleiterinnen und Jugendleiter das ausgesprochen unakzeptable Verhalten des Hüttenwarts gegenüber der Gruppe vollkommen glaubhaft dargestellt. „Die Ankündigung der Jugendleiter, eine schriftliche Beschwerde an die Sektion zu richten, beeindruckte Herrn Bodner offenbar nicht“, schildert die Vorsitzende den Hergang und die Hintergründe zu der Beschwerde, die letztlich zur Trennung von dem langjährigen Hüttenwart geführt hatte.

Klimesch weiter: „Im Vorstand der Sektion hat man sich vor diesem Hintergrund einstimmig dazu entschlossen, Herrn Bodner seines Amtes zu entheben.“

Gleichzeitig gesteht die Vorsitzende ein: „Die Sektion ist nicht glücklich über die Art der Amtsenthebung. Selbstverständlich erkennt die Sektion seine langjährigen Leistungen an.“ Gleichzeitig sei die Sektion aber mit Blick auf die wiederholten Beschwerden gezwungen gewesen zu reagieren.

Sylvia Klimesch ergänzt: „Zahlreiche Gespräche im Vorfeld haben deutlich gemacht, dass eine Amtsenthebung notwendig war – im Sinne des Ansehens der Sektion und im Sinne der anderen Hüttenwarte, deren ehrenamtliche Arbeit ansonsten stark leiden würde. Und letztlich vor allem auch im Sinne der Hüttengäste.“

Insgesamt zwölf Ehrenamtliche

Insgesamt zwölf ehrenamtliche Hüttenwarte teilen sich den Dienst auf der Selbstversorger-Hütte der rund 4000 Mitglieder starken Alpenvereins-Sektion Bad Aibling. An Nachwuchs für dieses Amt fehlt es laut Klimesch nicht – „es ist ja auch eine an sich sehr schöne Tätigkeit.“

Otto Bodner fühlt sich nach wie vor völlig vor den Kopf gestoßen durch den Rauswurf – „insbesondere durch die Art und Weise, ohne mit mir das Gespräch zu suchen.“ Rosi Gantner

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