Matthias Maier
(CSU, seit 2017), Höslwang, 1300
Josef Häusler (WGS, seit 2008), Riedering,
5600 Einwohner
Christian Praxl
(CSU, seit 2008),
Rohrdorf, 5900
Lorenz Ostermaier (ÜWG, seit 2008),
Pfaffing, 4210
Felix Schwaller (CSU, seit 2002), B. Aibling, 19200 Einwohner
Josef Mayer (CSU,
seit 2008), Rimsting,
3950 Einwohner
Georg Huber
(FWG, seit 1996), Chiemsee, 210
Jürgen Seifert
(ÜWG, seit 2008),
Prien, 10800
Johannes Schartner (ÜWG, seit 2008),
Eggstätt, 3000
Hubert Wildgruber (CSU, seit 2002),
Oberaudorf, 6850
Rosenheim – Den einen zwingt das Alter in den Ruhestand, der andere will Landrat werden, endlich Zeit für die Familie haben, mehr auf die Gesundheit schauen. Oder er ist amtsmüde, weil die neue digitale Welt nicht mehr die seine ist. Gründe zum Aufhören gibt es viele. Und so sagt fast die Hälfte aller Bürgermeister im Kreis Rosenheim „Servus“ – so viele wie nie zuvor.
In 43 von 46 Landkreis-Gemeinden werden im März neue Bürgermeister gewählt. Nur 23 Amtsinhaber wollen sich einer Wiederwahl stellen. Die anderen 21 verlassen die Bühne. Zum Vergleich: Bei der Kommunalwahl 2014 hatten nur elf Amtsinhaber „freiwillig“ aufgehört.
Hinzu kommen noch zwei neue Gesichter in den Chef-Etagen im Rosenheimer Landratsamt und Rathaus: Nach 18 Jahren ist für Oberbürgermeisterin Gabriele Bauer (CSU) Schluss – ebenso wie für Wolfgang Berthaler (CSU), den die Folgen eines schweren Sturzes im Büro nach nur einer Amtsperiode zum Rückzug zwingen.
Berthaler wird schon seit Sommer 2018 von Babenshams Bürgermeister Josef Huber als Landrat vertreten. Huber, seit 2002 im Amt und damit auch einer der erfahrenen Hasen, ist übrigens der einzige Rathaus-Chef im Landkreis, der sich noch nicht entschieden hat, ob er sich einer Wiederwahl stellt.
220000 Stimmberechtigte im Kreis wählen am 15. März einen Landrat, den 70-köpfigen Kreistag, 43 Bürgermeister und 46 Gemeinderäte. 41000 Rosenheimer bestimmen ihren neuen OB und 44 Stadträte. Aus der Reihe tanzen Bad Feilnbach und Feldkirchen-Westerham. Dort ist die nächste Bürgermeisterwahl erst 2023 und 2024. In Neubeuern dagegen wird der Rathaus-Chef vorgezogen am 24. November gewählt.
2014, bei der letzten Kommunalwahl, fegte nicht nur der Sturm Emma über die Region hinweg. Es gab auch heftige Turbulenzen bei der CSU, die einige bittere Wahlschlappen einstecken musste, unter anderem vier von fünf Stichwahlen verlor. So stellen die Parteifreien und Überparteilichen Wählergemeinschaften (ÜWG) inzwischen die meisten Bürgermeister: 22, das sind mehr als je zuvor. Bemerkenswert ist, dass es sich dabei ausschließlich um parteifreie und überparteiliche Kommunalpolitiker handelt – und nicht um Vertreter der Freien Wähler (FW). Von Aiwangers Partei grenzen sie sich deutlich ab. Die Freien Wähler regieren zwar im Landtag mit und bilden mit Kreisvorsitzendem Sepp Hofer an der Spitze eine sechsköpfige FW- Fraktion im Kreistag – doch einen FW-Bürgermeister gibt es im Kreis nicht.
Die CSU kommt seit 2014 „nur“ noch auf 20 Rathaus-Chefs. Von den restlichen vier Posten gingen zwei an die SPD, einer an die Grünen. In Tuntenhausen war Georg Weigl für die CSU und die Freie Wählergemeinschaft angetreten.
Die SPD-Bürgermeister Michael Kölbl (Wasserburg) und Peter Kloo (Kolbermoor), beide seit 2002 im Amt, sind zwei der wenigen Amtsinhaber, die sich eine vierte Amtsperiode zutrauen. Hans Holzmeier (Schechen) und Georg Huber (Chiemsee) haben sie schon hinter sich – und sind mit 24 Dienstjahren das erfahrenste Duo unter den 21 abtretenden Bürgermeistern.
Ein Unikum ist Matthias Maier als einziger „Doppel-Bürgermeister“: von 1996 bis 2014 in Vogtareuth, seit 2017 in Höslwang, wo er nach dem Tod von Josef Eisner einsprang. Maier ist einer der letzten Altpolitiker, die sich noch den Luxus leisten, auf ein Handy zu verzichten. Wie andere scheidende Kollegen, erinnert er sich gern an alten Zeiten – als es „noch keine Gaffer oder Shitstorms“ gab, als Kommunalpolitik „noch für die große schweigende Mehrheit gemacht wurde und nicht für wenige Plärrer“. Um 2012 bis 2014 herum habe dann eine neue Ära begonnen. Seither seien Bürgermeister weniger Problemlöser oder Entscheider – und mehr Moderatoren oder Mediatoren. Den Job könne jetzt die Bürgermeister-Generation 2.0 übernehmen. Im Rathaus, auf Facebook und auf Twitter.