Apfelmarkt endet mit Besucherrekord

von Redaktion

Fast 50000 Gäste an drei Veranstaltungstagen rund ums heimische Obst und Handwerk

Kultstatus hat das Kettenkarussell bei kleinen und großen Marktbesuchern.

Bad Feilnbach – Als Veranstaltung der Superlative entwickelte sich am Wochenende der 28. Bad Feilnbacher Apfelmarkt. Bei Kaiserwetter strömten nach Angaben der Veranstalter fast 50000 Besucher auf den Festplatz der Familie Kirner und stellten die bisherigen Zahlen in den Schatten. Festwirt und Vorstandschaft der örtlichen Obst- und Gartenbauvereine sowie Vertreter des Feilnbacher Gewerbes freuten sich über den Ansturm.

Dass der ökologische Obstanbau so sehr geschätzt werde, freute die Landwirte als Pfleger und Erhalter ihrer historisch gewachsenen Streuobstwiesen. Und so sorgte die hohe Nachfrage für enormen Absatz an ökologisch angebauten Äpfeln und Birnen, aber auch Walnüssen. Die Folge: Am Sonntag waren bereits ab Mittag leere Wagen oder Obstkisten an den Ständen zu verzeichnen.

Obst in Reinform und als Flüssigkeit begehrt

Auch die Naturerzeugnisse in flüssiger Form als Edelbrandwein, Likör oder Saft fanden reichlich Absatz. Dichtes Gedränge bis in die Abendstunden herrschte an der historischen Obstpresse des Obst- und Gartenbauvereins Au-Dettendorf. Diese entspricht nach einer aufwendigen Restaurierung zugleich den strengen Hygienevorschriften. Von ihr kredenzte Sepp Millauer als Vorsitzender mit seinem eifrigen Helferteam frisch gepressten Apfelsaft, Apfel-Federweißen oder kurz abgelagerten Apfelmost. Die Preise bei Nüssen stießen dabei bei manchen Besuchern auf unverständliche Kritik bei den Verkäufern: Sie werden in traditioneller aufwendiger Handarbeit vom Boden aufgelesen, abgeschält und in nachhaltigen Netzsäcken verpackt. Die Produkte sind dabei alle chemiefrei. Der ökologische und nachhaltige Gedanke steht auf dem Apfelmarkt seit seiner Gründung im Vordergrund.

Sowohl Festwirt Manfred Kirner als auch Bad Feilnbachs Bürgermeister Anton Wallner und die Vorsitzende vom Obst- und Gartenbauverein Feilnbach-Wiechs-Litzldorf gaben sich begeistert von der überaus großartigen Stimmung. Apfelkönigin Johanna I. und ihre Prinzessinnen betonten unisono: „Meahra Apfe geht ned.“ Ihre Amtszeit endet in wenigen Wochen.

Dicht an dicht bewegten sich Besucherschlangen insbesondere im Außenbereich entlang der heuer sehr zahlreichen Stände mit heimischen Obsterzeugnissen oder kulinarischen Köstlichkeiten, wie frisch aufgebackene Käsebrote oder auch leckerem Steckerlfisch vom Grill. Für Qualität sorgten Mitglieder vom Fischereiverein Bad Feilnbach, der seit über 25 Jahren ein fester Bestandteil am Bad Feilnbacher Apfelmarkt ist.

Großes Interesse wurde auch Schaustellern mit Vorliebe zu sehr alten historischen Gerätschaften entgegengebracht. Etwa Speckalmwirt Sepp Ettenhuber, der Geräuchertes mit seiner legendären Schneidemaschine – angetrieben von einem Lanz-Bulldog – in feine Scheiben zerteilte.

Applaus ernteten auch Ernst Staudacher und Wasti Bichler aus Frasdorf mit ihrem historischen Kartoffeldämpfer. Die komplette Ausrüstung besteht aus vier großen Töpfen mit Fassungsvermögen für bis zu acht Zentner Kartoffeln (drei dienen zum Dämpfen, der vierte zum Entleeren) sowie einer Dampfmaschine aus dem Jahre 1938.

Neben Obst- und seine Nebenprodukte, heimischen Handwerkskünsten und Gewerbe zogen das kulturelle Angebot die Blicke vor allem auf ganz junge Vertreter bodenständigen Brauchtums. Dazu gehörten Goaßl-schnoizer, Alphornbläser sowie Kinder- und Jugendgruppen und Aktive der vier gemeindlichen Trachtenvereine sowie die fantastischen Musikkapellen Bad Feilnbach, Großholzhausen und Kiefersfelden, die Auer Musi, die Dreder Musi, die Trachtenkapelle Dettendorf, jeweils im Hauptzelt oder auf dem Freigelände, Hans Dettendorfer und seine Musikanten oder die Sunnseit Musi. Eine gelungene Premiere feierte zudem das Apfelmarkt-Bockerl, das an den drei Tagen Besucher nicht nur zum Apfelmarkt beförderte, sondern den Reisenden auch die Gegend rund um Bad Feilnbach zeigte.

Kilometerlange Autoschlangen – aus allen Richtungen gen Bad Feilnbach – gehören seit Jahren überdies schon zum Bild des Feilnbacher Apfelmarktes. Anhand der Kennzeichen ist dabei gut zu erkennen, dass der Ruf von Bayerns größtem ökologischen Apfelmarkt über Bayerns Grenzen hinaus und auch ins benachbarte Ausland nach Österreich bekannt ist.

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