Samerberg – Neun Monate, neun Tage und rund 18000 Kilometer auf dem Fahrrad liegen hinter Christoph Mayer. Jetzt ist er wieder daheim in Grainbach am Samerberg. Im Gespräch mit den OVB-Heimatzeitungen sagt er: „Es ist einfach schön, wieder in meinem persönlichen Umfeld zu sein.“ Das klingt selbstverständlich. Für ihn war es das aber seit dem 2. Januar nicht. Damals war er in Suzhou nahe Shanghai losgefahren.
„Es waren teils harte Bedingungen“, erinnert er sich an die zurückliegenden Etappen. Beispielsweise auf mehreren Tausend Metern Höhe im Gebirge, wenn der Wind geht. Die Begegnungen mit den Menschen auf der Strecke seien immer sehr freundschaftlich und herzlich gewesen, auch wenn man sich sprachlich oft nicht verstanden hat.
All das scheint Christoph Mayer auf eine Art geerdet zu haben. Seine Stimme klingt ruhig und entspannt beim Erzählen. Selbst als er erzählt, wie er in Siegsdorf von rund 250 Mitarbeitern der Firma empfangen wurde, für die er in China gearbeitet hat. Sie standen Spalier, Konfettischnipsel flogen. „Ich war ziemlich aufgeregt“, erzählt der Grainbacher.
Mayer, der ehemalige Geschäftsführer des China-Standortes der Firma Brückner aus Siegsdorf hatte zum Rentenantritt den Wunsch, die Heimreise mit dem Fahrrad durch das Land zu machen und die Landschaft nicht nur immer mit dem Flugzeug zu überqueren (wir berichteten). Er gab seinem Vorhaben den Titel „Hoamzua-Tour“ und ließ auf seinem Reiseblog seine Freunde, Bekannten und früheren Arbeitskollegen an der Tour teilhaben. Besonders freue er sich jetzt auf die Familie und das Enkelkind, das er bei der Heimkehr das erste Mal gesehen und in die Arme genommen hat. Natürlich freute er sich auch auf das erste Bier zu Hause, allerdings habe er in jedem Land seiner Reise ein gutes Bier bekommen. Jetzt will er sich erst mal um sein Haus kümmern, sehen ob alles in Ordnung ist.
Eine weitere große Reise habe er vorerst nicht geplant. Der Samerberger Bürgermeister Georg Huber zeigte sich schwer beeindruckt von Mayers Leistung: „So etwas hat es auf dem Samerberg noch nie gegeben“ – vor allem, dass einer im beginnenden Rentenalter noch so fit und so mutig sei, um eine so lange Reise auf dem Fahrrad zurückzulegen und so sprach er ein großes Kompliment für diese Reise aus.